Die Zeit vergeht wie im Fluge. Nachdem Hatice Ihr Abiturzeugnis in der Tasche hat, kann sie sich nun endlich so richtig um die Studienvorbereitungen kümmern. Hatice wohnt in Wittstock-Dosse gemeinsam mit ihren Eltern und ihrer Schwester in einer 3-Raum Wohnung. Ihr Wunsch nach den eigenen vier Wänden wird immer größer. Um ihrem Studium und dem Wunsch nach Unabhängigkeit schnell näher zu kommen, nahm sie bereits Ende April an den digitalen Studi’O Days des Netzwerks Studienorientierung Brandenburg teil.

Ihre Entscheidung für ein Studium der Sport- und Gesundheitswissenschaften in Potsdam stand jedoch schnell fest. Sie reichte ihre Bewerbung ein und wartet nun auf den Bescheid der Hochschule.  Doch was war mit dem „Drumherum“ – der Organisation einer Bleibe und der Finanzierung ihres Studiums?

Sie erinnert sich an eine Veranstaltung des Studentenwerks Potsdam, in der ihr wichtige Tipps zum Studienstart mitgegeben wurden. Dabei ging es u. a. um die Bewerbung auf einen Wohnheimplatz, den BAföG-Antrag und das günstige Mittagessen in der Mensa. Nun möchte sie sich endlich für ein WG-Zimmer bewerben und fragt sich, was zu tun ist. Ein Anruf beim Service Point des Studentenwerks soll Licht ins Dunkel bringen.

Je früher desto besser: Onlinebewerbung auf einen Wohnheimplatz

Hatice: Hallo, Hatice Salib hier. Ich möchte – wenn alles gut geht und ich zugelassen werde – zum Wintersemester mit einem Studium an der Uni Potsdam beginnen. Nun frage ich mich, was ich vorab schon alles organisieren kann. Ich sitze gerade an dem Onlineformular für eine Wohnheimbewerbung. Kann ich das jetzt schon abschicken oder muss ich damit warten, bis ich den Zulassungsbescheid der Uni habe?

Kostja: Hallo Hatice. Wir können uns gerne duzen. Ich heiße Kostja und studiere auch hier in Potsdam, allerdings an der Fachhochschule. Das Studentenwerk ist sowieso für alle Studierenden der Technischen Hochschule Brandenburg, der Technischen Hochschule Wildau sowie der Universität Potsdam, der Fachhochschule Potsdam und der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf zuständig.

Gut, dass du nachfragst. Schicke unbedingt deine Bewerbung für einen Wohnheimplatz schon jetzt ab. Eigentlich wird sogar empfohlen, dass schon ein halbes, wenn nicht sogar ein ganzes Jahr vorher zu machen. Die Wohnheimplätze sind superbegehrt und es gibt immer viel mehr Bewerbungen als freie Zimmer. Das liegt zum einen daran, dass die durchschnittliche Miete inkl. aller Nebenkosten nur 250 Euro im Monat beträgt und es ansonsten auf dem freien Wohnungsmarkt kaum erschwingliche Zimmer gibt. Und zum anderen ist so ein Leben im Wohnheim total nett. Ich zum Beispiel wohne in der Breiten Straße im Zentrum von Potsdam und habe nach meinem Einzug vor zwei Jahren sofort Anschluss zu Kommiliton:innen gefunden. An der Hochschule bin ich in wenigen Minuten mit der Straßenbahn oder dem Fahrrad.

Hatice: Okay, das klingt gut. Der soziale Kontakt zu anderen ist mir sehr wichtig und ich kann mir gut vorstellen, dass es mir im Wohnheim gefällt. Hoffentlich habe ich jetzt überhaupt noch eine Chance, wo ich doch so spät dran bin … Kann ich irgendetwas tun, damit meine Bewerbung am Ende erfolgreich ist?

Kostja: Du solltest auf jeden Fall beim Ausfüllen der Bewerbung darauf achten, dass du möglichst viele Optionen in Betracht ziehst und nicht nur einen Standort und eine Wohnform auswählst. Je mehr Möglichkeiten, desto größer die Chance auf einen Platz. Beispielsweise gibt es allein in Golm drei Wohnanlagen mit ganz unterschiedlichen Zimmertypen. Und auch wenn du eine WG bevorzugst, solltest du, um deine Chance zu erhöhen, auch andere Wohnformen mit auswählen. Eine weitere Möglichkeit wären Doppelzimmer, wo sich zwei Studierende ein Zimmer teilen. Das hat übergangsweise einige Vorteile, da du zumindest zum Studienstart ein Dach über den Kopf hättest und du so in aller Ruhe nach etwas Passendem suchen könntest.

Hatice: Und sollte ich jetzt keine Zusage vom Studentenwerk bekommen, hast du andere Tipps, wie ich eine Wohnung oder ein WG-Zimmer finden kann?

Kostja: Auf der Website des Studentenwerks findest du eine Linksammlung zu weiteren Anbietern, darunter auch Links zu städtischen Wohnungsgesellschaften und -genossenschaften. Außerdem sind einige private Wohnungs- und Zimmerangebote dort inseriert. Und vielleicht wäre auch das neue Projekt „Wohnen für Hilfe“ etwas für dich. Das Motto lautet günstig in Potsdam wohnen und dabei Gutes tun. Bei dem Projekt bringt das Studentenwerk Menschen mit freiem Wohnraum und Studierende in Wohnpartnerschaften zusammen. Die Idee ist eigentlich ganz einfach: Potsdamer:innen mit freiem Wohnraum stellen Studierenden ein günstiges Zimmer zur Verfügung und erhalten im Gegenzug deren Unterstützung und Gesellschaft im Alltag, z. B. bei der Kinder- und Hausaufgabenbetreuung, bei der Gartenarbeit oder bei der Versorgung von Haustieren. Gerade für sozial engagierte Studierende ist das ein gutes Angebot.

BAföG-Antrag stellen: Die Hälfte ist geschenkt

Hatice: Ah, danke für die vielen Infos. Gut zu wissen. Ein anderes Thema, das mich noch beschäftigt: die Studienfinanzierung. BAföG wäre ja eine Möglichkeit. Ich bin mir aber gar nicht sicher, ob ich das überhaupt bekomme und ich habe auch von einer Bekannten gehört, dass es gar nicht so leicht mit der Beantragung ist. Da ich aber eine Schwester habe, die bereits studiert und meine Eltern mein Studium nicht komplett finanzieren können, ist das für mich sehr wichtig. Kannst du mir Tipps geben? Ich würde ungern umsonst einen Antrag stellen.

Kostja: Das stimmt, die Antragsstellung nimmt schon etwas Zeit in Anspruch, vor allem das Zusammensuchen der Unterlagen, die es dafür braucht. Ich kenne das aus eigener Erfahrung. Trotzdem finde ich, dass sich der Papierkram lohnt, denn du bekommst schließlich mindestens die Hälfte geschenkt. Die andere Hälfte ist ein zinsloses Darlehen. Der aktuelle Höchstsatz liegt bei 861 Euro monatlich. Je nachdem wie viel deine Eltern verdienen bzw. du selbst auf Vermögen zurückgreifen kannst, wird diese Summe individuell berechnet. Du kannst den Antrag übrigens auch online stellen. Dafür gibt es seit kurzem den Antragsassistenten BAföG Digital, der wirklich gut durch das ganze Prozedere manövriert. Auch hier gilt: Nicht zu spät den Antrag stellen. Du bekommst zwar ab dem Monat der Antragsstellung Geld, also wenn dein Studium im Oktober startet, müsstest du spätestens im Laufe des Oktobers den Antrag stellen, um von Anfang an Geld zu bekommen. Gleichzeitig solltest du aber bedenken, dass zum Semesterstart etliche Anträge eingehen und die Bearbeitungszeit bei 8 bis 10 Wochen liegt. Auch wenn du am Ende kein Geld bekommen solltest, hat es durchaus Vorteile BAföG beantragt zu haben. Denn auf einem BAföG-Bescheid steht schwarz auf weiß, was du für Geld zum Studieren bräuchtest. Das kann eine gute Grundlage sein, um z. B. mit den Eltern über die Studienfinanzierung zu sprechen. Ich empfehle dir auch, mal persönlich Kontakt zum Amt für Ausbildungsförderung aufzunehmen. Viele Fragen lassen sich am besten in einem persönlichen Telefonat klären.

Hatice: Danke, das werde ich machen. Falls ich tatsächlich BAföG bekomme, wird mir schon jetzt ein bisschen mulmig wegen der Rückzahlungen, die nach dem Studium anstehen …

Kostja: Das geht vielen so. Dabei ist das wirklich sehr moderat geregelt. Auch wenn im Falle eines Bachelor- und Masterstudiums insgesamt über 50.000 Euro BAföG möglich sind, musst du maximal 10.000 Euro zurückzahlen. Die Rückzahlungen beginnen frühestens fünf Jahre nach Ende der letzten BAföG-Zahlung und kann in Raten erfolgen. Pro Quartal sind das derzeit 390 Euro. Und das auch nur, wenn es der Kontostand erlaubt. Wenn nicht, kann man mit der Rückzahlung auch pausieren.

Den passenden Nebenjob suchen und finden

Hatice: Und wenn es mit dem BAföG nichts wird oder nur eine kleinere monatliche Summe bewilligt wird, was gibt es für weitere Möglichkeiten, das Studium zu finanzieren?

Kostja: Viele Studierende jobben neben dem Studium. Manche finden Arbeit im Hochschulumfeld, z. B. als wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl oder wie ich als Mitarbeiter im Studentenwerk. Andere arbeiten in der Kneipe, im Tourismusbereich oder im Einzelhandel. Es gibt da viele Möglichkeiten – sowohl was den Job als auch den Zeitumfang angeht. Schau am besten mal bei der Jobvermittlung für Studierende rein; dort findest du etliche Angebote. Andere wiederum ziehen auch ein Stipendium in Betracht. Da könntest du auch die Augen offenhalten. Es gibt zahlreiche Stiftungen mit ganz unterschiedlichen Ausrichtungen.

Und mittags in die Mensa!

Hatice: Super, danke. Wahrscheinlich wird es am Ende eh ein Mix aus den verschiedenen Optionen mit ein bisschen BAföG, finanzielle Unterstützung durch die Eltern und einem Nebenjob, der mir noch genug Zeit zum Studieren lässt. Eine andere Frage noch: Als ich mir neulich den Campus in Golm anschaute, fiel mir auf, dass es dort eine Mensa vom Studentenwerk gibt. Kann ich dort als Studentin einfach so essen gehen oder muss ich das vorher, wie ich es aus der Schule kenne, bestellen?

Kostja: Auf jedem Campus gibt es eine Mensa, meistens auch noch eine Cafeteria oder Kaffeebar. Die werden vom Studentenwerk betrieben. Du kannst da einfach spontan hingehen und musst nicht vorab bestellen. Normalerweise hast du die Wahl zwischen vier Angeboten. Für jeden ist etwas dabei, egal ob vegetarisch-vegan oder der Fleischburger. Alles wird frisch zubereitet und viele der verwendeten Produkte kommen aus dem Umland. Und das Beste: Es ist echt günstig. Ein Mittagessen kostet nur zwischen 1,60 und 2,60 Euro. Außerdem ist die Mensa DER Ort an der Hochschule. Ich kann mir eigentlich sicher sein, dass ich dort immer jemanden antreffe, um über die letzte Vorlesung zu sprechen oder den nächsten Partyabend zu planen.

Hatice: Toll, ich freue mich schon darauf, endlich mit dem Studium loslegen zu können. Jetzt weiß ich auf jeden Fall, was als Nächstes zu tun ist und wo ich mich in Zukunft bei allen Fragen außerhalb des Hörsaals hinwenden kann.

Hatice legt beruhigt das Handy beiseite. Das waren wirklich gute Tipps und sie weiß nun, wie sie sich um ihre Studi-Bude, das BAföG und ihren Nebenjob kümmern kann. Schon bald hat sie ihren ganz eigenen Mini-Campus auf Zeit.

 

Wie sieht es bei dir aus? Wartest auch du gerade auf deinen Zulassungsbescheid an einer der Brandenburgischen Hochschulen? Nutze den Sommer und stelle für dich die letzten Weichen, um schon bald richtig zu starten. Hilfe, Tipps und Insiderwissen bieten dir die regelmäßigen Insta-Lives auf @deine.stubb, der WhatsApp-Messenger-Chat mit den Studienberatungen aller Brandenburgischen Hochschulen sowie natürlich alle Infos auf studieren-in-brandenburg.de.

Dein Kontakt zu den Studienberatungen der Brandenburgischen Hochschulen.

 

Dein Kontakt für die Themen Wohnen & Finanzierung im Studentenwerk Potsdam:  

Abteilung Wohnen
Tel.: +49 331 3706-501
wohnen@studentenwerk-potsdam.de

Amt für Ausbildungsförderung
Tel.: +49 331 3706-301
bafoeg@studentenwerk-potsdam.de

Jobvermittlung
Tel:: +49 331 3706-251
jobs@studentenwerk-potsdam.de

 

Weitere Infos zum Studentenwerk Potsdam:
Website / Instagram / Facebook

 

Es ist Dienstagnachmittag: Marco recherchiert für seine Schwester Alva auf der Webseite des Netzwerks Studienorientierung. Sie steckt mitten in den Abiturprüfungen, wollte aber unbedingt zum Hochschulinformationstag der Universität Potsdam. Doch wann ist der eigentlich? Marco checkt die Übersicht aller Hochschultermine der Brandenburgischen Hochschulen und notiert sich den 7.-11. Juni. Perfekt, er wird seine Schwester gleich anrufen. Doch siehe da: Während Marco auf der Webseite herumsurft, sieht er weitere neue Angebote. Die Hochschulen bieten sogar einen gemeinsamen Messenger-Chat an, in welchem Studieninteressierte Antworten auf all ihre Fragen rund ums Studieren im Land Brandenburg per WhatsApp erhalten? Das wäre doch auch was für Alva! Wenig später stößt er auf den Blog und dessen neuesten Artikel mit dem Titel: „Ich kandidiere!“ Marco stutzt. Geht es hier etwa um die Bundeskanzlerwahl? ;-) Natürlich nicht. Vielmehr wird die Geschichte einer jungen Abiturientin namens Vivien erzählt, die sich für ein Studium entscheiden und bewerben will – genau wie seine Schwester. Vielleicht bekommt Alva hier noch mehr Tipps für ihren Studienstart?

Marco beginnt interessiert zu lesen.

[…]

Vivien lebt in Frankfurt (Oder), ist 18 Jahre alt und nimmt heute an einem von ihrer Schule organisierten Online-Studien-Orientierungsworkshop teil. So kurz vor ihrem Abitur beschäftigt sie häufiger die Frage: Studieren – Ja, aber was? Vivien hofft, heute vielleicht endlich eine Antwort zu erhalten. Der Workshop wird von zwei echten Studierenden gehalten und Vivien ist schon ganz aufgeregt. Sofort fallen ihr hunderte Fragen ein wie zum Beispiel: Wie läuft eigentlich eine Vorlesung ab? Gibt es einen Stundenplan? Was sind eigentlich diese ECTS-Punkte und was muss sie überhaupt tun, um an einer Hochschule angenommen zu werden? Spielt da dieser berüchtigte Numerus Clausus (NC) eine Rolle, vor dem sie schon ein wenig Angst hat? Fragen über Fragen.

Der Online-Workshop startet.

Die zwei Studierenden namens Pablo und Lea stellen sich als Viadrina-Botschafter*innen von der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) vor. Sie berichten, dass sie Kulturwissenschaften studieren und den Schüler*innen heute einen kleinen Einblick in ihr Studium geben. Kulturwissenschaften? Vivien hatte sich bereits im Internet kurz über diesen Studiengang informiert, weil sie das internationale Profil der Europa-Universität Viadrina sehr ansprechend fand. Gleichzeitig hat sie jedoch Bedenken, dass ihre Noten nicht den Anforderungen entsprechen. Die Viadrina-Botschafter*innen berichten indes von ihrem Alltag als Studierende, von den täglichen Hürden und Herausforderungen, aber auch von der Sonnenseite des Studiengangs. Pablo erzählt der Klasse, wie er ein Jahr an der Universität in Buenos Aires studiert hat. Auch Lea berichtet von ihrem Auslandssemester an einer Universität in Japan. Nach einer Stunde endet der Workshop. Vivien nimmt allen Mut zusammen und spricht die beiden Botschafter*innen in der Abschlussrunde persönlich an. Sie erklärt, dass sie sich eigentlich genau solch eine Freiheit, Offenheit und vor allem Internationalität in ihrem Studium wünscht und dass sie sich schon immer sehr für interkulturelle Begegnungen interessiert hat. Der Online-Vortrag der beiden hat ihr gezeigt, dass ihr Wunschstudium tatsächlich existiert und sie sich dafür bewerben möchte. Dennoch hat Vivien noch unzählige Fragen. Pablo und Lea wissen Rat und geben den Teilnehmer: innen im Chat die Telefonnummer der Zentralen Studienberatung der Europa-Universität Viadrina mit dem Vermerk, dass jeder Studieninteressierte dort jederzeit für eine unverbindliche Beratung anrufen kann. Sie verweisen auch auf den Instagram-Kanal @viadrinazsb der Zentralen Studienberatung. Sehr gut. Das wird Vivien helfen.

Studienorientierung über Instagram & Co

Noch am gleichen Tag kontaktiert Vivien die Zentrale Studienberatung über Instagram und stellt ihre ersten Fragen. Nach kurzer Zeit erhält sie schon die ersten Antworten. Vivien ist begeistert und stellt immer mehr Fragen. Schließlich wählt sie doch das persönliche Gespräch und ruft direkt in der Zentralen Studienberatung an. Am Telefon meldet sich eine nette Dame. Sie führt mit Vivien ein langes und ausführliches Beratungsgespräch. Unter anderem schlägt sie Vivien ein sogenanntes Schnupperstudium vor, um die Stadt und die Universität besser kennen zu lernen. Vivien ist skeptisch. Ein Schnupperstudium neben dem Abitur? Kann sie das zeitlich überhaupt alles schaffen? Doch die Studienberaterin von der Zentralen Studienberatung beruhigt sie und erklärt ihr, dass das Schnupperstudium vom 6. Juni bis 7. Juli läuft und somit außerhalb der Abiturprüfungen liegt. Vivien fällt ein Stein vom Herzen. Ihre Entscheidung für ein Studium an der Europa-Universität Viadrina ist beschlossen. Voller Vorfreude will sie am liebsten gleich ein Zimmer mieten. Die  Studienberaterin schlägt ihr Übernachtungsmöglichkeiten sowohl auf der deutschen, als auch auf der polnischen Seite der Oder, in der Nachbarstadt Slubice vor. Außerdem empfiehlt sie Vivien den Viadrina Day und den dazugehörigen Tag der offenen Tür am 9. Juni. An diesem Tag könnte sie im Rahmen eines bunt gemischten Programms weitere Einblicke in die gesamte Uni und deren Angebote erhalten und nochmals ihre Fragen stellen. Vivien ist begeistert!

Doch Moment. Da Vivien sich insgeheim bereits für die Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) und den Studiengang Kulturwissenschaften entschieden hat, kann sie doch auch gleich nach den Bewerbungskonditionen fragen. Die Studienberaterin freut sich über Viviens Entschlossenheit, gibt ihr aber dennoch folgende Bewerbungstipps mit auf den Weg, die Vivien unbedingt für ihre „Kandidatur“ zum Start ihres internationalen Studiums berücksichtigen sollte:

Deine Tipps zur Studienplatzbewerbung

Tipp 1: Überlege dir, wo deine Interessen liegen!

Die Wahl eines Studiengangs ist natürlich immer abhängig davon, was du gerne tust und worin deine Stärken liegen. Vor der Bewerbung gilt also in sich hinein zu horchen, welche Themen dir am Herzen liegen.

Tipp 2: Lass dich nicht von Auswahlgrenzen irritieren!

Die Auswahlgrenzen für NC-Studiengänge aus den vergangenen Jahren sagen nur sehr bedingt darüber etwas aus, wie Deine Chancen auf einen Studienplatz in diesem Jahr sind. Niemand kann sagen, wer sich in diesem Jahr mit welchen Qualifikationen bewerben wird. Daher gilt: auf jeden Fall bewerben, andere Hochschule in die Studienwahl einbeziehen und einen Plan B machen, falls es doch nicht klappt!

Tipp 3: Check die Zugangsvoraussetzungen für Deinen Wunschstudiengang!

Auch wenn der Bewerbungszeitraum an vielen Hochschulen erst im Juni und Juli ist, gelten für einige Studiengänge bestimmte Zugangsvoraussetzungen. Es gibt eine Reihe von Studiengängen, die eine bestandene Eignungsprüfung, besondere Sprachkenntnisse oder Vorpraktika erfordern. Am besten prüfst Du bereits weit im Voraus einer Bewerbung, was für Dein Wunschstudiengang gilt, damit Du zur Bewerbung alles zusammen hast.

Tipp 4: Kläre, ob du dich überhaupt bewerben musst!

Die meisten Studiengänge an den Brandenburgischen Hochschulen sind tatsächlich zulassungsfrei. Für diese Studiengänge musst du dich – so wie auch Vivien – gar nicht bewerben, sondern kannst dich direkt immatrikulieren (einschreiben). Beachte aber auch hier unbedingt die geltenden Fristen!

Tipp 5: Und wenn doch? Erstelle deine persönliche Hitliste!

Für viele Studiengänge musst du dich, oft zusätzlich zur Bewerbung an der Hochschule selbst, über www.hochschulstart.de bewerben. Dort kannst du bis zu zwölf Studienplatzwünsche angeben – eine gute Möglichkeit, um deine Chancen auf einen Studienplatz zu erhöhen! Die Serviceplattform Hochschulstart orientiert sich bei der Vergabe der Studienplätze an deiner Priorisierung: Mache dir also unbedingt von vornherein klar, wie deine persönliche Hitliste der Studiengänge aussieht! Ansonsten stehst du am Ende mit einem Studienplatz da, den du gar nicht unbedingt haben wolltest.

Tipp 6: Vergiss neben der Bewerbung und Immatrikulation nicht das „Drumherum“!

Klar, es ist wichtig, dass mit der Bewerbung und Immatrikulation alles klappt, denke aber auch schon in dieser Phase an deine Finanzen und deine Bleibe während des Studiums. Es schadet nicht, sich schon frühzeitig über die Möglichkeit zur BAföG-Förderung oder über Stipendien zu informieren und zu prüfen, welche Wohnmöglichkeiten es am Studienstandort gibt. Hier ist das zuständige Studentenwerk der richtige Ansprechpartner!
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Du hast dich und deine Situation wiedererkannt und stehst – so wie Alva und Vivien – kurz vor deiner Bewerbung um einen Studienplatz? Dann folge den Brandenburgischen Hochschulen auf Instagram @deine.stubb. Im Rahmen der Netzwerk Summer School erfährst du dort sowie auch hier im Blog in den Monaten Juni und Juli alles rund um den Bewerbungscountdown, Immatrikulationsbedingungen oder auch allgemeine Fragen zu Themen wie Finanzierung, Wohnen, BAföG & Co. Du fragst dich, wie Marco sich beworben hat und wie es Vivien nach ihrem Start an der Europa-Universität Viadrina ergeht? Auch das erfährst du hier, und schon bald, im Teil II von Viviens Story.

Dein Kontakt zu den Studienberatungen der Brandenburgischen Hochschulen.

Dein Kontakt für Fragen zur Bewerbung und Immatrikulation an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder):

Frau Dr. Franziska Boll und Frau Dr. Jenny Kuhlmann

Tel.: +49 335 5534 4444
study@europa-uni.de

Am Wochenende besucht Marco seinen Kumpel Paul im Spreewald. Die beiden kennen sich noch aus gemeinsamen Schulzeiten. Damals hatten sie nicht viel Zeit für Unternehmungen, da Marco oft eingespannt war mit seinen Geschwistern. Das Größte für beide war jedoch die gemeinsame Zeit am Wasser.  Hier verbrachten sie einmal in der Woche mehrere Stunden beim Steineflitschen. Während sie die Steine übers Wasser hüpfen ließen, beobachteten sie zahlreiche Segelboote, Kitesurfer und Wakeboarder. Paul träumte damals schon vom eigenen Motorboot, mit welchem er einmal von Berlin bis in den Spreewald fahren kann. Nach dem Abitur ist Paul, genau wie Marco, jedoch studienbedingt weggezogen. Sein Weg führte ihn in seine Wunschregion – die Lausitz. Marco zog es noch weiter weg – nach Kanada. Die Freunde beschlossen, sich nach Marcos Auslandsaufenthalt schon bald wieder zu sehen. Allerdings kam immer wieder etwas dazwischen.

Jetzt, zwei Jahre später, nachdem Marco bereits mitten im schönen Potsdam studiert, ist die Zeit endlich gekommen.  Er nutzt die ersten Sonnenstrahlen für einen Kurztrip in den Spreewald. Während er sich mit einem Schmunzeln noch an vergangene Schultage und Kumpel-Momente mit Paul erinnert, fährt der Zug aus Berlin bereits am Cottbuser Hauptbahnhof ein. Marco steigt aus seinem klimatisierten Abteil, sieht Paul breit grinsend am Bahnsteig und umarmt seinen alten Freund freudig.

Wiedersehen macht Freude

Marco: Hey Paul! Toll endlich mal hier zu sein! Wie geht’s dir? Wie war dein letztes Jahr? Wolltest du nicht eigentlich ein Praktikum machen? Und hast du schon dein heiß ersehntes Motorboot;-)? Oh Mann, wir haben uns echt lange nicht gesehen! Ich habe ja so viele Fragen.

Paul: Marco, wie schön dich zu sehen! Mir geht es super! Du weißt ja, ich wollte schon immer in den Spreewald zu meiner Freundin ziehen. Die habe ich übrigens immer noch;-). Und in puncto Ausbildung? Ich habe ein technisches Praktikum gemacht. Das war richtig gut. Vor allem hat es mir gezeigt, dass ich Spaß im Job haben möchte.

Marco: Ach ja? Hast du was gefunden, dass deinem handwerklichen Interesse nahekommt?

Paul: Ganz genau. Du kennst mich. Ich schraube doch gern an alten Maschinen und Fahrzeugen rum. Meine Kollegen im Praktikum hatten früher denselben Antrieb und sind so zum Maschinenbau gekommen. Das wollte ich dann auch schaffen. Darum bin ich auch hier an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg gelandet! Und ja, ein Motorboot habe ich „fast“. Ich helfe einem befreundeten Skipper ein antikes Motorboot zu restaurieren und darf als Gegenleistung damit ab und zu aufs Wasser. Aber lass uns doch zum Auto gehen und erzähl erstmal von dir! Wie geht es dir denn?

Marco: Ich fühle mich super wohl in Potsdam, ich mag die Stadt einfach. Kanada war Natur pur, aber ich muss sagen, Potsdam kann da sehr gut mithalten. Ich studiere an der Universität Potsdam Ernährungswissenschaften und bin voll happy. Als ich auf der Farm in Ottawa arbeitete, begann ich mich für die Verfahren der Milcherzeugung sowie deren weitere Verarbeitung zu interessieren. Dem bin ich einfach im Studium nachgegangen. Aber das weißt du doch bereits. Es freut mich wirklich für dich, dass es dir ebenso geht und du eine Entscheidung getroffen hast. Es ist echt wichtig, dass man Spaß beim Arbeiten hat! Wie bist du dann nur auf Cottbus gekommen? Maschinenbau gibt es doch an vielen Hochschulen in Brandenburg.

Paul: Erstens: Ich wollte mit Steffi, meiner Freundin, zusammenziehen. Und zweitens: Ich habe online erstmal geschaut, was es gibt. Du hast recht, das Angebot war auf den ersten Blick gewaltig. Aber dann bin ich auf etwas Besonderes gestoßen, das mich direkt gecatcht hat. Die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg hat eine virtuelle 360-Grad-Panoramenumgebung für den Maschinenbau entwickelt, wodurch man das Gefühl hat, direkt auf dem Campus zu stehen.  Die Bilder und Videos von den Menschen, der Gegend und der Ausstattung des Studiengangs haben mich total beeindruckt und ziemlich schnell überzeugt. Dadurch, dass es sich überall um 360-Grad-Elemente handelt, kannst du in alle Richtungen schauen und siehst viel mehr als auf normalen Bildern!

Marco: 360-Grad-Panoramen klingen richtig futuristisch! Aber ich kann es mir ehrlich gesagt nicht so richtig vorstellen. Wie ist das denn aufgebaut?

Paul: Du hast als Hauptebene den Zentralcampus in Cottbus, auf dem du dich über Pfeilsymbole zu anderen Bereichen auf dem Campus klickst. Gleichzeitig befinden sich dort verschiedene Gebäude, in die du hineintreten kannst, indem du darauf klickst oder direkt über eine kleine Mini-Map dorthin navigierst. Das macht alles sehr non-linear. Jedes Gebäude steht an sich für ein spezifisches Thema, wie zum Beispiel Studierende, Lehrende oder Alumni. Andere Gebäude zeigen Aufnahmen von der Region oder Laboren. Du kannst dann selbst entscheiden, wo du hingehst und was du dir anschaust.

Marco: Ist das Ganze auch interaktiv, also, kannst du dein Wissen testen?

Paul: Ja, so ist es. Die Infos in den einzelnen Gebäuden wurden als 360-Grad-Videoelemente dargestellt, sodass man quasi das Gefühl hat, mit den Menschen vor Ort zu reden. Gleichzeitig kann man aber auch einfache Tests und interaktive Rätsel auswählen. So bekommt man weitere Eindrücke zur Thematik des Studiengangs. Gleichzeitig testet man sein Wissen. Insgesamt also sehr vielfältig und praktisch!

Marco: Wow, das muss ich mir auch mal anschauen. An der Universität Potsdam gibt es zum Beispiel Online-Self-Assessments als virtuelle Angebote zur Studienorientierung. Anhand dieser können Studieninteressierte herausfinden, wie gut ihre Interessen, Fähigkeiten und Erwartungen mit den Anforderungen eines Studiengangs übereinstimmen. Das gibt es für mehrere Studiengänge, unter anderem auch für Ernährungswissenschaften. Inhaltlich und optisch sind diese aber ganz anders aufgebaut. Du sprichst ja eher von einer ganzen Erlebniswelt! Und, wie ist es jetzt an der BTU zu studieren? Hast du schon einen Schwerpunkt im Studium?

Paul: Noch nicht ganz. Am Anfang gibt es erstmal ein Grundlagenstudium. Den Schwerpunkt wähle ich dann erst später. Das gefällt mir ganz gut, weil ich noch nicht entschieden habe, worauf ich mich spezialisieren möchte. So bekomme ich Zeit, mir alle Bereiche erstmal ganz in Ruhe anzuschauen und zu überlegen, was mir am meisten liegt. Ich werde mich dazu auch noch mit einem Profi aus der Fachstudienberatung der BTU zusammensetzen und meine Möglichkeiten ausloten. Vielleicht wird es das Fachgebiet Robotik, wo es eine Schnittstelle zur Informatik gibt. Das klingt zumindest ziemlich zukunftsorientiert. Aber vielleicht wird es doch eher was, was mehr zu meinen eigentlichen Hobbys passt. Dann kann ich meine Online-Kurse direkt beim Schrauben am Motorboot absolvieren;-).

Marco: Auf jeden Fall aufregend und auch keine leichte Entscheidung. Schau, dass du Hobby und Studium gut verbinden kannst. Das wäre eine echte Win-Win-Situation für dich. Genug jetzt vom Studium. Schön, dass wir jetzt das Wochenende gemeinsam verbringen können. Die Lausitz kenne ich bisher nämlich noch gar nicht! Wie kommst du hier zurecht? Zeigst du mir noch heute das Schmuckstück – dein zukünftiges Motorboot?

Paul: Klar, du kannst mit mir die erste Testfahrt machen. Wusstest du eigentlich, dass die Lausitzer Seenkette über 7.000 Hektar Wasserfläche hat? Da können wir heute noch eine gute Strecke zurücklegen. Ich mag die Lausitz. Sie ist für mich der perfekte Ort. Wenn ich dieses Motorboot in Schwung habe, darf ich damit regelmäßig ausfahren. Reparieren kann ich es dann auch allein, dank meines Studiums.

Marco: Oh ja, auf Wasser habe ich jetzt auch richtig Lust! Dann lass uns doch mein Gepäck zu dir nach Hause bringen und direkt mal los! Ob ich immer noch im Steineflitschen besser bin als du?

Ein Wochenende am Wasser

Paul und Marco zwinkern sich gegenseitig zu und verbringen einen langen Tag am Wasser. Sie reden, schrauben und lassen die Steine hüpfen. Wie in früheren Zeiten. Ein Wochenende vergeht und im Gespräch stellen beide fest, dass sie alles richtiggemacht haben. Sie haben ihren Wunschstudiengang fest im Blick und ihre Interessen dabei nicht vernachlässigt. Könnten eine Freundschaft und ein Studium schöner sein?

Finde deinen eigenen Weg, schau auf deine Interessen und entdecke die vielen Möglichkeiten im Studienland Brandenburg, um dein Talent in einem Wunschstudium aufscheinen zu lassen!

 

Du möchtest mehr zu spannenden Themen und Online-Angeboten zur Studienorientierung erfahren? Du hast noch Fragen zu deinem Wunschstudiengang? Dann folge uns auf Instagram @deine.stubb oder kontaktiere die Studienberatungen der Brandenburgischen Hochschulen.

 

Dein Kontakt für Fragen zum Studiengang Maschinenbau an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg:

Mark Eisentraut
T +49 (0) 355 69-4188
mark.eisentraut@b-tu.de

Es ist Dienstag. Marco ist mit seiner jüngeren Schwester Alva verabredet. Sie treffen sich nach Alvas letzter Schulstunde in der Stadt auf ein Eis. Alva besucht die 11. Klasse eines Potsdamer Gymnasiums. Stolz erzählt sie ihrem großen Bruder von ihrer eins, die sie für ihre Klausur im Fach Informatik bekommen hat. „Gratulation kleine Schwester! Dafür gibt es eine Extraportion Eis, aber sag, willst du das nicht auch mal studieren?“ Marco trifft wie so oft genau ins Schwarze, wenn es um die Wünsche seiner Geschwister geht, denn genau das wollte Alva ihrem Bruder heute erzählen. Oft sind ihr die Inhalte im Unterricht zu oberflächlich und gern würde sie – so wie er – ein Studium beginnen, welches ihr tiefere Einblicke gibt.

Erst gestern hat Alva auf der Instagramseite des Netzwerks Studienorientierung Brandenburg das Insta Live zum Studiengang Wirtschaftsinformatik an der TH Wildau gesehen. Neugierig fragt sie: „Marco, kennst du diese coole Insta-Live-Reihe „MINT goes live“? Die kommt immer montags, 18 Uhr auf @deine.stubb. Gestern hat der Student Pascal seinen Studiengang Wirtschaftsinformatik vorgestellt. Voll interessant, aber ich weiß gar nicht, wo ich das studieren kann. Außerdem muss ich ja erst mein Abi machen, um zu studieren, oder?“ Da lacht Marco und sagt: „Ach Schwesterchen, ja die Insta-Reihe kenne ich: Insiderwissen von Studi zu Schüler. Sehr cool! Aber du bist doch ein kluges Köpfchen und nein, du musst nicht warten. Für besonders leistungsstarke Schülerinnen und Schüler gibt es die Möglichkeit, schon während der Schule Lehrveranstaltungen zu besuchen. Das Ganze heißt Juniorstudium. Schau doch mal auf der Website des Netzwerks Studienorientierung nach. Da bekommst du einen kleinen Überblick.“

Gesagt getan. Alva ist begeistert und zückt gleich ihr Handy. Glücklich stellt sie fest, dass sie ein Juniorstudium in Wirtschaftsinformatik gleich an mehreren Standorten in Brandenburg starten könnte. Besonders interessant: Während man an der Universität Potsdam vom Juniorstudium spricht, nennt man es an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg Frühstudium. An der BTU Cottbus-Senftenberg kann man sich sogar Lehrveranstaltungen aus allen Fachgebieten aus dem Online-Vorlesungsverzeichnis heraussuchen. Nicht schlecht, nur Potsdam wäre natürlich toll. Dann bliebe sie in Marcos Nähe und wäre auch nicht zu weit weg von ihrer Schule und ihrem Elternhaus. Im Moment fehlt ihr einfach noch das Knowhow, um sich richtig zu entscheiden. Nach einem kurzen Check der Kontakte wählt Alva deshalb die Nummer der Zentralen Studienberatung der Uni Potsdam. „Da geht doch was!“, denkt sie und schon erklingt am anderen Ende die freundliche, junge Stimme einer Studienberaterin, der sie nun all ihre Fragen zum Juniorstudium bzw. Frühstudium stellen kann.

Alva im Telefonat mit Studienberaterin Magdalena Vock der Uni Potsdam

Beraterin: Guten Tag, willkommen bei der Zentralen Studienberatung der Universität Potsdam. Wie kann ich Ihnen helfen?

Alva: Hallo! Ich habe gehört, dass ich an der Uni Potsdam Juniorstudentin werden kann. Ich bin in der 11. Klasse, mag Informatik wirklich sehr und das, was wir im Informatik-Grundkurs machen, finde ich manchmal etwas … naja, langweilig. Ich würde dazu gern mehr lernen. Ich habe auch einen guten Notendurchschnitt und würde mir generell etwas Abwechslung von der Schule wünschen. Könnte ich das Juniorstudium an der Uni Potsdam in Wirtschaftsinformatik oder einem ähnlichen Fach machen?

Beraterin: Schön, dass Du dich dazu bei uns meldest. Das Juniorstudium ist für Schülerinnen und Schüler der Klassen 10 bis 13 geeignet, die sich wie Du zusätzlich zum Lernstoff in der Schule eine neue Herausforderung wünschen und diese auch gut meistern können, weil sie sowohl mit dem Unterricht als auch mit den zugehörigen Hausaufgaben gut zurechtkommen und auch gute Schulnoten haben. Wenn Du dich für den Bereich Informatik interessierst, könntest Du dich bei uns zum Beispiel für ein Juniorstudium in einem der Fächer Informatik/Computational Science, IT-Systems Engineering oder Wirtschaftsinformatik bewerben.

Alva: Das klingt interessant. Wie würde das Juniorstudium denn ablaufen?

Beraterin: Das Juniorstudium beginnt immer zum Wintersemester, also im Oktober. Du nimmst dann ein Semester lang an zum Beispiel ein oder zwei Lehrveranstaltungen an der Uni teil. Diese Lehrveranstaltungen besuchst Du regulär mit den Studierenden, bereitest die Veranstaltung vor und nach, erledigst die Hausaufgaben und so weiter. Und am Ende des Semesters kannst Du dich entscheiden, ob Du dich zusätzlich an der Prüfung versuchen möchtest.

Alva: Und was ist, wenn ich in der Zeit eigentlich Schulunterricht habe?

Beraterin: Deine Schule – und natürlich auch deine Eltern – müssen damit einverstanden sein, dass Du am Juniorstudium teilnimmst. Wenn sich die Veranstaltungen mit dem Schulunterricht überschneiden, entscheidet die Schule, ob Du vom Unterricht freigestellt werden kannst. Hast Du mit deinen Eltern und der Schule schon über dein Interesse am Juniorstudium gesprochen?

Alva: Meine Eltern finden die Idee gut. Und mein Informatiklehrer würde mich bestimmt auch unterstützen – er hatte mir auch schon die tasteMINT-Orientierungswoche empfohlen, die aber leider dieses Jahr wegen Corona ausfällt.

Beraterin: Das klingt doch schon einmal gut. Du brauchst die Einverständniserklärung deiner Eltern und der Schulleitung sowie eine positive Einschätzung deines Informatiklehrers. Außerdem musst Du ein Motivationsschreiben und deine letzten zwei Schulhalbjahreszeugnisse einreichen. Auf unserer Webseite findest Du alle Dokumente für die Bewerbung. Um die Unterlagen einzureichen, hast Du noch bis zum 31. Mai Zeit. Wenn Du möchtest, komme gern auch gemeinsam mit deinen Eltern zur Informationsveranstaltung am 27. April – dort fassen wir noch einmal alle wichtigen Informationen zusammen. Außerdem wird es am 19. April ein Instagram Live auf @deine.stubb geben, in dem ehemalige Juniorstudierende von ihren eigenen Erfahrungen berichten.

Alva: Cool, die zwei Termine merke ich mir auf jeden Fall. Können Sie mir vielleicht noch sagen, ob ich durch das Juniorstudium für mein Studium später Vorteile habe?

Beraterin: Ja, das hast Du! Zunächst einmal sammelst Du ja dadurch schon wichtige Erfahrungen – Du erlebst den Studierendenalltag und kommst mit Studierenden und Lehrenden in Kontakt. Zudem kannst Du das Juniorstudium bei einer späteren Bewerbung an der Uni Potsdam als absolviertes strukturiertes Studienvorbereitungsprogramm angeben. Damit verbesserst Du deine Abschlussnote für die Bewerbung um 0,1 Notenpunkte und erhöhst damit deine Bewerbungschancen. Und schließlich kannst Du im Juniorstudium bereits Leistungspunkte erwerben, die bei einem späteren Studium anerkannt werden können.

Alva: Das klingt wirklich gut. Jetzt muss ich mich nur noch entscheiden, ob das Juniorstudium an der Uni Potsdam oder das Frühstudium an der BTU Cottbus-Senftenberg das Richtige für mich ist.

Beraterin: Hast Du schon von den Studi’O Days gehört? Die digitale Studienorientierungswoche aller Brandenburgischen Hochschulen findet vom 26. bis 30. April statt. Unter dem Motto „Fünf Tage, ein Ziel“ kannst Du dich über das Studienangebot aller Hochschulen in Brandenburg, aber auch rund um allgemeine Fragen zum Studium informieren. Schaue dort einfach, welcher Studiengang dich am meisten anspricht; so kannst Du das Angebot der BTU mit dem der Uni Potsdam vergleichen.

Alva: Super, vielen Dank für den Tipp – das werde ich auf jeden Fall machen. Und danke für die ganzen Informationen, das war sehr hilfreich. Ich komme bestimmt mit meinen Eltern zur Informationsveranstaltung. Tschüss!

Beraterin: Alles Gute – wir würden uns über deine Bewerbung zum Juniorstudium freuen! Auf Wiedersehen.

Alvas Resümee

Nach dem Telefonat mit der Studienberaterin fühlt sich Alva in ihrer Entscheidung, ein Juniorstudium neben der Schule zu beginnen, bestärkt. Ihr Herz schlägt mehr als zuvor für den Studiengang Wirtschaftsinformatik. Was ihr bleibt, ist die Qual der Wahl. Wird sie in Potsdam starten oder vielleicht doch in Cottbus? Schließlich gibt es viele Lehrangebote auch online. Eines steht jedoch schon heute fest: Alva möchte ein echtes MINT-Girl werden! Schon morgen wird sie mit ihren Eltern und ihrem Informatiklehrer darüber sprechen und natürlich auch mit ihrem großen Bruder Marco.

 

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Du möchtest mehr zu spannenden Themen wie das Juniorstudium und/oder das Frühstudium erfahren? Du hast noch Fragen zu deinem Wunschstudiengang? Dann folge uns auf Instagram @deine.stubb oder kontaktiere die Studienberatungen der Brandenburgischen Hochschulen.

Dein Kontakt für Fragen zum Juniorstudium an der Universität Potsdam:

Magdalena Vock | Studienberaterin
+49 331 977-4926
magdalena.vock@uni-potsdam.de

Dein Kontakt für Fragen zum Frühstudium an der BTU Cottbus-Senftenberg:

Christiane Land | Studienberaterin
+49 (0)355 69 2796
land.christiane@b-tu.de

Jannis blickt aus dem Fenster seiner WG im Studentenwohnheim in der Bernauer Heerstraße in den nahe gelegenen Wald. Seit letztem Herbst studiert er mittlerweile an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) den Studiengang Ökolandbau und Vermarktung. Wie im Flug ist die Zeit vergangen und es kommt ihm beinahe wie gestern vor, als er mit seinen beiden Mitbewohnern, Philip und Micha im Oktober Pilze sammeln war, die Stadt erkundet hat und zum ersten Mal an der Hochschule war.

 HNEE – ein Rückblick

Mittlerweile hat sich Jannis gut eingelebt und Eberswalde ist inzwischen zu einem richtigen Zuhause für ihn geworden. Er fühlt sich wohl und findet sich gut zurecht – was zugegebenermaßen auch nicht sehr schwer ist, denn hier liegt alles nah beieinander, weshalb sich Eberswalde besonders gut mit dem Rad erkunden lässt. Anfangs war er noch frustriert darüber, dass er nicht, wie geplant, mit Marco in Berlin zusammenziehen konnte, aber nachdem Marco schließlich den Zulassungsbescheid von der Uni Potsdam für seinen Wunschstudiengang Ernährungswissenschaft erhielt, war die Zeit einfach zu knapp, um noch eine bezahlbare Wohnung zu finden. Sie wären am liebsten in einen Berliner Bezirk gezogen, von dem man sowohl gut nach Eberswalde als auch nach Potsdam pendeln konnte, was normalerweise mit dem Zug problemlos möglich wäre. In Eberswalde war die Wohnungssuche viel einfacher und so war Jannis in seiner WG am Waldrand gelandet, während Marco noch ein Zimmer im Studentenwohnheim in Potsdam gefunden hatte. Jetzt können sich die beiden zwar nicht jeden Tag sehen, sparen aber eine Menge Geld durch die Miete. Für die Zimmer im Studentenwohnheim zahlen beide jeweils nur zwischen 200€ und 260€ pro Monat – das wäre in Berlin undenkbar gewesen.

 HNEE – Einblicke

Die Natur so nah an seiner Wohnung zu haben, genießt Jannis sehr. Manchmal vermisst er aber das typische Studentenleben, das Mitwirken in Initiativen wie der AG Agrarpolitik oder der Gruppe, die den Campusgarten bewirtschaftet und natürlich die legendären Studentenpartys, von denen seine Schwester und seine Eltern in Erinnerung an ihre Studienzeit immer geschwärmt haben.  Wenn nicht gerade alles wegen Corona geschlossen wäre, könnte er wenigstens zu einem der Ökostammtische seiner Hochschule, zum Poetry-Slam oder zum Impro-Theater gehen.  Eberswalde ist zwar mit seinen 40.000 Einwohner:innen nicht Berlin, hat aber normalerweise trotzdem einiges für die rund 2.300 Studierenden zu bieten, wie z.B. das jährlich stattfindende Filmfestival Provinziale oder das Festival PurPur mit Konzerten im Forstbotanischen Garten.

 HNEE – Fokus auf Praxis und Lehre

Die Dozent:innen habenden Studierenden praktische Exkursionen in Kleingruppen in Aussicht gestellt, sobald die pandemische Situation dies wieder zulässt. Im zweiten Semester soll nämlich das Pflichtmodul „Projektmodul Studienpartner Ökobetrieb“ absolviert werden. Darin bearbeiten Studierende während der kompletten Vorlesungszeit an je einem Tag der Woche in Kleingruppen konkrete betriebliche Fragestellungen von Praxispartner:innen. Nach dem Prinzip des projektorientierten Lernens werden so durchschnittlich 13 Projekte im Sommersemester bearbeitet. Weil er viele Fächer richtig spannend findet, kommt Jannis mit der Online-Lehre gut zurecht. Allerdings fällt ihm das Fach „Einführung in die Ökonomie der agrarischen Landnutzung“ schwer; es geht ihm dort zu schnell voran.

In einem Telefonat mit seinem Freund Marco erzählte ihm dieser, dass er große Schwierigkeiten hatte, sich in seinem Studiengang Ernährungswissenschaft die Fachbegriffe in Allgemeiner und Anorganischer Chemie zu merken und er deswegen in einer kleinen Lerngruppe ist.

Dank diesem Tipp hat Jannis auch eine Online-Lerngruppe ins Leben gerufen. Dort kann er sich viel besser motivieren und traut sich auch mehr Fragen zu stellen. Außerdem lernt er so einige seiner knapp 50 Mitstudierenden besser kennen.

HNEE & UP – Prüfungsstress und Studienstruktur im Telefongespräch

Jannis: Hi Marco, ich habe bald Prüfungen und bin schon echt aufgeregt.

Marco: Geht mir auch so. Wir müssen im ersten Semester alle Grundlagenkurse absolvieren in Mathematik und Statistik, Physik, Grundlagen der Biologie und Chemie. Das ist ganz schön viel zu lernen. Mir war das anfangs gar nicht so klar, aber der erste Teil meines Studiums widmet sich komplett dem erforderlichen naturwissenschaftlichen Basiswissen und danach im zweiten Studienteil können wir unser Wissen fachspezifisch erweitern und vertiefen. Und unsere Bachelorarbeit ist sogar in der Regel eine experimentelle Abschlussarbeit, das heißt, auf Antrag beim Prüfungsausschuss kann die Bachelorarbeit auch extern z.B. in einem Industriebetrieb oder einer Klinik durchgeführt werden. Ich kann mir das heute noch gar nicht vorstellen. Welche Prüfungen stehen bei dir als nächstes an?

Jannis: Also ich habe sechs Prüfungen z.B. Biologie der Nutzpflanzen und Nutztiere, Einführung in den Ökologischen Landbau und die nachhaltige Entwicklung und Einführung in die Ökonomik der agrarischen Landnutzung. Puh, überhaupt nicht mein Ding! Aber mit der Lerngruppe geht das schon!  Wie du weißt, habe ich am Waldcampus ein Modul mit dem Titel Agroforst belegt. Das macht mir immer noch viel Spaß. Erinnerst du dich, als ich dir ganz am Anfang von der Exkursion zu der Versuchsfläche der Hochschule erzählt habe? Die HNEE realisiert in verschiedenen Versuchsflächen auf mehreren Hektar Land eine Art Reallabor damit die Studierenden schon am Anfang ihres Studiums die regionalen Spezifika von Bodenbeschaffenheit und Pflanzenanbau kennenlernen. Das war richtig cool.

Marco: Das klingt doch super. Mein Studiengang kooperiert mit dem Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DlfE), bei dem ich mich nach einem Studijob erkundigen wollte. Dort wird zum Einfluss der Ernährung auf die Gesundheit geforscht. Mal sehen, wie es im nächsten Semester mit der digitalen Lehre weitergeht und wann wir wieder reguläre Präsenzveranstaltungen haben.

Jannis: Also ich hätte anfangs nicht gedacht, dass mir die Einhaltung der Corona-Regeln im Studium so wenig ausmachen würde. Die Online-Vorlesungen sind immer sehr gut besucht. Manchmal sind bis zu 50 Kommiliton:innen im Online-Meeting mit dem Tool BigBlueButton anwesend. Hier sind oftmals auch Leute aus anderen Studiengängen dabei. Sogar Philip, mein Mitbewohner, sitzt mit mir in verschiedenen Vorlesungen zusammen, obwohl er Forstwirtschaft im Bachelor studiert.

Marco: Das ist bei uns ähnlich: Die Grundlagenkurse müssen alle Studierenden der Life-Science-Studiengänge belegen und nicht nur die Ernährungswissenschaftler:innen.

 HNEE & UP – Studialltag und Praktikumspläne

Marco: Aber mal was ganz anderes: Wie war eigentlich euer Ausflug nach Berlin letzte Woche? Sorry, dass ich jetzt erst nachfrage. Ich hatte die ganze Woche mit meiner Hausarbeit im Modul „Mikrobiologie und Genetik“ zu tun. Hast du es nun endlich geschafft, das Brandenburger Tor zu sehen?

Jannis: Ja, habe ich. Wir haben von Eberswalde nur ungefähr 40 Minuten bis ins Berliner Zentrum gebraucht. Das ging richtig schnell. Hätte ich schon viel früher mal machen sollen. Aber das Brandenburger Tor habe ich mir ein bisschen spannender vorgestellt – es war viel kleiner als ich erwartet habe. Trotzdem war es ein schöner Tag. Schade, dass du keine Zeit hattest. Es wäre super, wenn wir das im Sommer noch einmal gemeinsam machen könnten. Mit dem Semesterticket kostet uns das auch fast nichts. Ich freue mich schon darauf, mit dir wieder quer durch ganz Brandenburg und Berlin fahren zu können.

Marco: Ja, das geht mir auch so. Ich nutze das Ticket ja seit einem Semester fast ausschließlich dafür, dich in Eberswalde zu besuchen. Wie läuft es in deiner WG? Gibt es irgendwelche Neuigkeiten?

Jannis: Es läuft richtig gut. Ohne meine Mitbewohner wäre ich im Lockdown echt aufgeschmissen. Wir verstehen uns nach wie vor mega, obwohl wir ziemlich viel aufeinander hocken. Zum Glück haben wir ähnliche Interessen, über die wir uns unterhalten, ganz andere als in der Schule. Wir kochen eigentlich immer zusammen. Stell dir vor, Micha hat letztens für uns vegetarische Burger gemacht. Die waren richtig gut. Manchmal holen wir uns auch etwas in einem vietnamesischen Street-Food-Imbiss. Das müssen wir unbedingt mal machen, wenn du mich das nächste Mal besuchst! Wenn es wieder möglich ist, wollen wir ein paar landwirtschaftliche Betriebe in der Umgebung mit dem Fahrrad besuchen. Ich habe mir schon einige rausgesucht, die sehr spannend klingen. Ich glaube, dass auch ein Milchhof darunter ist. Vielleicht kannst du dort dein Schwerpunktpraktikum machen? Dann würden wir uns auch wieder öfter sehen. Das wäre doch was!

Marco:  Tolle Idee, das schaue ich mir gerne mal an und gehe ins Gespräch mit unserer Praktikumskoordinatorin.

Marco googelt gleich die neuen Infos, die er von Jannis erhalten hat. Die Arbeit auf einem Bauernhof mit milchproduzierendem Vieh kennt er zwar schon von seinem Work & Travel-Aufenthalt in Kanada, aber er ist gespannt, wie sich die Arbeitsweise in einem deutschen Betrieb von den Abläufen auf dem kanadischen Hof unterscheidet.

 

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Das erste Semester haben Marco und Jannis fast geschafft. Sie konnten einige Methoden des Zeitmanagements testen und erproben. Nun stehen die ersten Prüfungen an und damit liegt wieder eine ganz neue Phase im Studium vor ihnen. Vor allem in Bezug auf die zeitliche Struktur und die Organisation des Alltags ist die Prüfungsphase oft eine Herausforderung. Dadurch, dass Jannis und Marco sich bereits am Anfang des ersten Semesters mit der Struktur und Organisation des Studienalltags beschäftigt haben, wissen sie, dass sie sich schon im Vorfeld gut organisieren müssen. Durch eine gute Planung kann die Prüfungszeit auch unter besonderen Umständen gut gemeistert werden.

Marco: Hey Jannis, Mensch, ich habe schon etwas Angst vor den kommenden Prüfungen. Damit ich sehe, bis wann ich welche Aufgaben erledigen muss, habe ich mir im Vorfeld eine Übersicht über meine Prüfungen für dieses Semester erstellt. Hier habe ich immer schon alle wichtigen Informationen für die jeweilige Prüfung eingetragen.

Jannis: Hallo Marco, bisher bin ich nur etwas aufgeregt. Wir haben uns ja schon im Vorfeld mit einigen Zeitmanagementmethoden beschäftigt und für die Prüfungsplanung können wir davon auch einiges nutzen. Ich habe jetzt begonnen, mit der 1-3-5-Methode zu arbeiten. Außerdem musste ich mich schon mit den Themen für zwei Hausarbeiten auseinandersetzen, damit ich die Inhalte mit den jeweiligen Lehrenden absprechen konnte. Wie sieht es denn bei dir aus?

Marco: Ja, mit Hilfe der 1-3-5-Methode erstelle ich mir für jede Woche einen Lernplan. Eine Hausarbeit muss ich auch bald abgeben. Dann habe ich aber auch zwei Klausuren, ein Projekt und eine mündliche Prüfung. Ich merke aber, dass es mir immer schwerer fällt, mich beim Arbeiten und Lernen zu konzentrieren. Irgendwie ist so langsam die Luft raus, ich freu mich schon auf die Semesterferien, um mal wieder ein bisschen vom Prüfungsstress abschalten zu können.

Jannis: Wenn du dich nicht so gut konzentrieren kannst, probiere doch mal die Pomodoro-Methode aus. Sie wurde in einem Vortrag zum Zeitmanagement beim digitalen Infotag „Einblicke“ der BTU Cottbus-Senftenberg und des Netzwerks Studienorientierung Brandenburg vorgestellt und geht auf den Italiener Francesco Cirillo zurück, der mit einer Art Eieruhr seine Arbeitsabläufe strukturierte. Diese Uhr sah wohl aus wie eine Tomate (auf ital. pomodoro) und darum heißt die Methode jetzt Pomodoro-Technik. Dafür musst du dir im Vorfeld kleine Aufgabenpakete erstellen und deine Stoppuhr oder deinen Timer auf 25 Minuten stellen. Jedes im Vorfeld erstellte Aufgabenpäckchen sollte in 25 Minuten erfüllbar sein. Hast du deine Aufgabeneinheiten geplant, kannst du dich in die Arbeit stürzen. Bei der Pomodoro-Technik arbeitest du nämlich immer 25 Minuten und machst anschließend fünf Minuten Pause.

      Schema Pomodoro-Methode

Das ist dann quasi eine Einheit und diese wiederholst du zwei- bis dreimal. Im Anschluss machst du eine größere Pause von 15 Minuten und wenn du magst, kannst du noch eine Runde so weiterarbeiten.

Ebenso ist es möglich, diese Methode auf die 60-60-30-Methode zu erweitern. Der Ablauf und das Schema sind die gleichen, nur die Zeitblöcke sind länger. Das heißt, hier arbeitest du erst 55 Minuten, machst eine Fünf-Minuten-Pause und dann arbeitest du noch einmal 60 Minuten und pausierst dann 30 Minuten. Ich probiere die Pomodoro-Technik gerade beim Schreiben meiner Hausarbeiten aus. Das wissenschaftliche Arbeiten fällt mir nämlich auch noch schwer. Wie ich gesehen habe, gibt es auch einige Apps, die dich bei dieser Methode unterstützen können. Ich teste gerade die Focus-To-Do-App als Unterstützung. Es gibt aber auch Timer im Internet.

Marco: Ich denke, ich probiere das auch mal, vielleicht klappt es so besser. Mit dem Erstellen einer wissenschaftlichen Arbeit habe ich auch noch Schwierigkeiten. Uns wurde gesagt, dass die Hochschulen meist einen Leitfaden mit dem Aufbau einer Haus-/Seminararbeit, wie z.B.: mit den gewünschten Zitierweisen und der geforderten Formatierung, zur Verfügung stellen. Außerdem habe ich gesehen, dass ich mir im Vorfeld einen Zeitplan aufstellen soll.

Jannis: Ja, da hat mir meine Schwester schon einen Tipp gegeben: Sie meinte, ich soll immer vom Abgabetermin rückwärts rechnen, damit ich sehe, wie viele Wochen ich hätte. Natürlich muss ich auch meine anderen Prüfungen beachten und private Termine berücksichtigen. Jedoch kann ich auf diese Weise die Arbeitspakete kleiner machen. Noch ist es aber wirklich schwer abzuschätzen, wie lange ich für welche Arbeitsschritte benötige. Mein Plan für meine letzte Hausarbeit in diesem Semester sieht wie folgt aus:

Marco: So einen habe ich mir auch erstellt. Ich glaube, wir sind doch ganz gut vorbereitet auf unsere Prüfungen und ich fühle mich jetzt schon viel beruhigter. Ich habe von anderen Studierenden aus höheren Semestern gehört, dass im März und im Sommer oft eine Möglichkeit angeboten wird, gemeinsam mit anderen Studierenden eine Nacht lang an den aufgeschobenen Hausarbeiten zu arbeiten. Hier sind dann auch Schreibberaterinnen und -berater dabei, die noch einmal Fragen zum Zitieren und zum Aufbau einer Hausarbeit beantworten. Vielleicht wird dieses Semester an unseren Hochschulen auch wieder eine Lange Nacht der Hausarbeiten oder des Schreibens angeboten.

Jannis: Das ist eine tolle Idee, da bin ich dann auch dabei!

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Marco sitzt mit Daniel am Salzhofufer in Brandenburg an der Havel und sie unterhalten sich über ihr Studium. Daniel hat sich zum Wintersemester 2020/21 für den neuen Studiengang Elektromobilität an der Technischen Hochschule Brandenburg eingeschrieben und erzählt Marco nun von seinen ersten Monaten im Studium und warum er sich für diesen Studiengang entschieden hat.

Daniel: Durch Fridays for Future und und andere Organisationen habe ich begonnen, mich mit dem Klimawandel auseinanderzusetzen und mich gefragt, welchen Beitrag zum Klimaschutz ich leisten kann. Dabei finde ich es besonders wichtig, nachhaltige Technologien zu fördern. Darum habe ich mich für den Studiengang Elektromobilität entschieden.

Marco: Was gehört denn alles zur Elektromobilität?

Daniel: Naja, im Grunde alle technischen Geräte oder Verfahren, die Personen oder Güter durch elektromotorische Antriebe in Bewegung bringen bzw. muskelbetriebene Bewegungen unterstützen. Das umfasst Fahrzeuge, E-Loks, Transport- und Handling Systeme, Exo-Skelette – z. B. Knieantrieb oder Treppensteighilfen – und Drohnenantriebe. Es ist vielseitiger als man denkt.

Marco: Das hört sich wirklich alles sehr technisch an und klingt echt vielseitig.

Daniel: Genau! Es ist ein fächerübergreifender Studiengang aus Maschinenbau und Elektrotechnik.

Marco: Wow, das klingt echt sehr mathe- und physiklastig. Das war ja in der Schule nicht so mein Ding. Ich würde da viel Hilfe brauchen.

Daniel: Da haben wir an der Hochschule viel Unterstützung. Es gibt Tutorien und Laborübungen, bei denen man viel fragen kann und wir haben sogar ein Buddy-Programm. Hier bekommt man eine Studierende bzw. einen Studierenden aus einem höheren Fachsemester zur Seite gestellt, die bzw. der einem bei den unterschiedlichsten Sachen Hilfestellung gibt. Man kann die Buddies ganz einfach über YouTube und Instagram erreichen.

Marco: Und wie läuft das jetzt gerade mit den Vorlesungen? Es ist ja keine Präsenzlehre mehr, wie kommst du damit klar?

Daniel: Ach, das geht besser als gedacht. Wir haben viele Online-Vorlesungen und Übungen. Hier sind wir in kleinere Gruppen eingeteilt, so dass man dann seine Fragen online stellen kann. Einen Vorteil hat es: Man kann sich einige Vorlesungen mehrmals ansehen, wenn man etwas nicht verstanden hat. Und die Dozentinnen und Dozenten sind per Mail, Telefon oder Videochat erreichbar. Aktuell lernt man seine Kommilitoninnen und Kommilitonen eher online kennen.

Marco: Und kannst du dich selbst motivieren? Jannis und ich haben uns dazu verschiedene Methoden angesehen und wurden zur Organisation des Studiums beraten.

Daniel: Durch das Buddy-Programm konnte ich mit meinen neuen Kommilitoninnen und Kommilitonen Lerngruppen bilden und so können wir uns zusammen motivieren. Außerdem unterstützen uns unsere Buddies mit spannenden Lerntipps, aber auch mit Tipps zur Erholung innerhalb der Stadt. Ich muss sagen, ich bin froh, dass meine neue Hochschule so ein ausgezeichnetes Online-Angebot für neue Studierende hat. So konnte ich trotz Online-Vorlesungen neue Leute kennenlernen.

Buddy-Programme wie an der TH Brandenburg gibt es auch an anderen Hochschulen, z.B. zur Unterstützung von internationalen Studierenden, die für ein Auslandssemester neu an der Hochschule sind oder sogar ihr komplettes Studium im Ausland absolvieren.

 

Marco und Jannis waren nun seit ein paar Wochen an ihrer bevorzugten Hochschule. Bisher war alles neu und total anders als sie es aus ihrer Schulzeit kannten. Beide mussten ihren eigenen Stundenplan erstellen und lernen, ihr Studium und ihre Freizeit selbst zu organisieren. Das war gar nicht immer so einfach. Doch es gibt eine Vielzahl an Methoden, um seinen Studienalltag zu strukturieren. Einige davon konnten die beiden in den letzten Wochen schon kennenlernen und ausprobieren. Schauen wir mal, welche das sind.

Die Schwester von Jannis hatte die zwei darauf hingewiesen, dass sie sich unbedingt vor dem Vorlesungsstart anschauen sollen, ob ihre Lehrveranstaltungen für das Wintersemester bereits im Online-Portal ihrer Hochschulen aufgelistet sind, damit sie sich ihren Stundenplan zusammenstellen und sich gleich für die jeweiligen Veranstaltungen und Prüfungen anmelden können. Die Anmeldung ist die Grundvoraussetzung, um später an den Prüfungen teilzunehmen. Marco war total dankbar, dass Jannis ihm das gleich erzählt hat. Er war davon ausgegangen, dass der Stundenplan vorgegeben ist und sie den Plan von der Hochschule bekommen. Jetzt wurde ihm klar, dass sich Studierende an vielen Hochschulen den Stundenplan eigenständig zusammenbauen müssen. Dabei ist einiges zu beachten, denn der Stundenplan ist sehr wichtig und verändert sich jedes Semester. Mit seiner Hilfe wird der eigene Studienalltag strukturiert. Vorab hatten sie bereits gesehen, dass die Studienmodule aus verschiedenen Lehrveranstaltungen bestehen. Ebenso haben sie einen Blick auf ihren Studienverlaufsplan geworfen, der zeigt, welche Lehrveranstaltungen in welchem Semester besucht werden sollten. Jannis‘ Schwester hatte ihnen gesagt, dass der eigene Stundenplan mit Hilfe des Studienverlaufsplans, des Modulkatalogs und des aktuellen Vorlesungsverzeichnisses erstellt wird. Jedes Semester muss man schauen, welche Lehrveranstaltungen für den Studienverlauf notwendig sind und ob diese auch angeboten werden. Außerdem sollte man unbedingt beachten, welche Prüfungen abgelegt werden müssen und an welchen Terminen sie stattfinden!

Jannis: Hallo Marco, guck mal, ich habe vom Freund meiner Schwester einen Musterstundenplan bekommen. Er studiert an der BTU Cottbus-Senftenberg Betriebswirtschaftslehre im Master. Meine Schwester hat mir empfohlen, zusätzlich immer gleich in meinen Stundenplan die entsprechende Vor- und Nachbereitungszeit pro Veranstaltung, zum Beispiel zum Lesen von Texten und Erledigen von Aufgaben, mit einzutragen. Auf diese Weise habe ich gleich eine festgelegte Zeit für die jeweiligen Aufgaben.

Marco: Hallo Jannis, der Stundenplan sieht ganz schön voll aus. Das ist alles ziemlich kompliziert und mein Alltag ist dann schon völlig verplant. So kann ich gar nicht mehr spontan mit Freunden etwas essen oder trinken gehen. Irgendwie habe ich mir das anders vorgestellt. Meinen Stundenplan mit den Lehrveranstaltungen habe ich mir zusammengestellt, aber meinen Alltag möchte ich freier organisieren.

Jannis: Ach, so schlimm finde ich das gar nicht. Aber bestimmt kann dir die Studienberatung der Hochschule helfen, da sie auch Unterstützung zum Thema Zeitmanagement und Organisation des Unialltags anbietet. Wir können auch im Internet zum Thema Zeitmanagement im Studium recherchieren.

Marco hat im Internet auf der Seite seiner Hochschule die Sprechzeiten der Studienberatung herausgefunden. Durch Corona bieten die meisten Hochschulen Videochats an. Im Rahmen dieser Beratung konnte Marco gemeinsam mit der Beraterin eine weitere Methode erarbeiten, von der er Jannis berichtet.

Marco: Jannis, ich musste dich gleich nochmal anrufen und dir von der Beratung erzählen. Was für ein Zufall, dass die Studienberatung heute gleich eine Zoom-Sprechstunde angeboten hat! Die Beraterin war total nett und hat mir als Alternative die 1-3-5-Methode erklärt. Gemeinsam haben wir ein Beispiel erarbeitet. Hier siehst du einen Beispiel-Wochenplan mit der Vorlage von Coachingzonen Wissenschaft.

Mit dieser Methode kann ich mein jeweiliges Semester und jede einzelne Woche planen. Ich soll die zu erledigenden Aufgaben dabei immer nach Prioritäten sortieren.

Diese Variante finde ich gut, denn ich kann sie später auch für die Planung von Prüfungen und Hausarbeiten nutzen. Ich muss nur aufpassen, falls eine kleine Aufgabe eine dringende wird. Die 1-3-5-Methode probiere ich auf jeden Fall aus!

Jannis: Die Methode merke ich mir auch für meine Hausarbeiten. Jetzt haben wir gerade noch einen sehr schwierigen Semesterstart. Bei mir finden viele Lehrveranstaltungen nur online statt, sodass ich leider kaum direkt andere Studierende kennenlernen kann. Für einige Veranstaltungen waren auch Gruppenarbeiten vorgesehen, was aber gerade jetzt ziemlich schwer zu organisieren ist.

Marco: Das ist bei mir genauso. Ich habe gehört, dass einige Studierende Microsoft Teams, Evernote oder Slack nutzen. Es scheint also ein paar Apps, Tools und Plattformen zu geben, über die wir gemeinsam an Projekten oder Themen arbeiten oder uns einfach nur austauschen können.

Jannis: Ja, ich habe im Internet gesehen, einige Hochschulen bieten auch eigene Plattformen an oder haben diese auf ihren Arbeitsplattformen bzw. Homepages mit eingebettet. Der Freund meiner Schwester hat erzählt, er und seine Kommilitoninnen und Kommilitonen nutzen während Corona BigBlueButton und Jitsi. Mit ihrem BTU-Uni-Account können die Studierenden eigene virtuelle Räume erstellen, in denen sie sich zum Videochatten treffen können. Diese Möglichkeit gibt es bestimmt auch an unseren Hochschulen.

Marco: Das hört sich interessant an, aber ich bin auch sehr froh, dass bis zu den ersten Prüfungen noch etwas Zeit ist. Bis dahin können wir noch einige Methoden ausprobieren oder andere Studierende fragen, wie sie ihre Zeit organisieren und sich auf Prüfungen vorbereiten.

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Marco unterhält sich mit Hannah über ihre Studien- und Berufspläne. Hannah hat sich nämlich für ein duales Studium an der Fachhochschule für Finanzen in Königs Wusterhausen entschieden.

Marco hat viele Fragen: „Brauchst du da nicht eine Eins in Mathe? Musst du dann den Bürgern das Geld aus der Tasche ziehen? Ich dachte immer, dass Finanzbeamt*innen langweilige Stubenhocker sind, die nur Dienst nach Vorschrift machen…“

Hannah entgegnet: „Ach Marco, da irrst du dich aber gewaltig…“

Vorurteil 1: Finanzbeamt*innen sind langweilige Stubenhocker

Hannah hat sowohl im Studium als auch in den Praxisphasen im Finanzamt ganz andere Erfahrungen gemacht:

„Tatsächlich arbeiten in unserer Steuerverwaltung „Menschen wie du und ich“. Sie sind genauso vielfältig und bunt wie unsere Gesellschaft. Ich war selbst gespannt auf meine Kommiliton*innen und Kolleg*innen im Amt, als ich mein Studium angefangen habe. In meiner Studiengruppe und im Finanzamt habe ich dann interessante und aktive Menschen mit ganz unterschiedlichen Hobbies und Lebensläufen kennengelernt. Außerdem gibt es für Finanzbeamt*innen auch viele Bereiche im sogenannten Außendienst. Bei der Betriebsprüfung oder Steuerfahndung hockt man sowieso nicht „in der Stube“. Wer das nicht glauben mag, erkundigt sich am besten nach einem Praktikumsangebot in seinem Finanzamt, dann kann sich jeder selbst ein Bild von den Menschen, die dort arbeiten, machen.“

 

Vorurteil 2: Finanzbeamt*innen brauchen eine Eins in Mathe

Hannah hatte in Mathe keine Eins und war schon ein bisschen erleichtert, als sie merkte, dass das überhaupt nicht nötig ist.

„Selbstverständlich solltest du Spaß am Umgang mit Zahlen haben, aber komplexe Rechenaufgaben musst du nicht lösen. Es reicht völlig aus, wenn du die Grundrechenarten und Prozentrechnung kennst und mit einem Taschenrechner umgehen kannst. Im Finanzamt sind die Berechnungen dann computergestützt. Viel wichtiger als deine Mathezensur ist das Interesse an Gesetzestexten und logischen Zusammenhängen. Denn als Finanzbeamt*in arbeitest du mit Steuergesetzen und achtest darauf, dass niemand zu viel oder zu wenig Steuern zahlt. Im Außendienst ist es aber von Vorteil, wenn man Excel gut beherrscht bzw. gut zu beherrschen lernt.“

 

Vorurteil 3: Finanzbeamt*innen ziehen den Bürgern nur das Geld aus der Tasche

Niemand zahlt gern, auch Hannah nicht. Seitdem sie sich mit unserem Steuersystem beschäftigt, ist ihr aber klar geworden, dass die Steuern, die ihr vom Studiengehalt (als duale Studentin bekommt Hannah vom ersten Tag des Studiums an ein Gehalt ;-) ) abgezogen werden, für unser Gemeinwesen, also für uns alle, benötigt werden. Der öffentliche Sportplatz, den Hannah gern zum Basketballspielen benutzt, wird genauso von Steuern finanziert wie z.B. unsere Schulen, Universitäten, Feuerwehren und Straßen. Hannah hat auch gleich am Anfang ihres Studiums gelernt, dass die Steuern auf Grundlage von Steuergesetzen gerecht und gleichmäßig festgelegt werden. Deshalb zahlt Hannah auf ihr Studiengehalt auch weniger Steuern als ihr Zahnarzt. Und weil sie als ehrliche Bürgerin ihren Teil zum Gemeinwesen beiträgt, ist ihr wichtig, dass niemand Steuern hinterzieht oder sich ungesetzliche Vorteile verschafft.

 

Vorurteil 4: Finanzbeamt*innen machen nur Dienst nach Vorschrift

Hannah hat in ihrem dualen Studium zur Dipl.-Finanzwirtin (FH) schon einige Stellen im Finanzamt durchlaufen und kann mit „Dienst nach Vorschrift“ gar nichts anfangen.

„Ich habe in den verschiedenen Stellen im Finanzamt bürgerfreundliche und serviceorientierte Kolleg*innen erlebt, die mitgedacht und ihre Aufgaben engagiert erledigt haben. In unserem Studium werden wir im Fach Verwaltungs- und Selbstmanagement darauf vorbereitet, effektiv und bürgernah zu arbeiten, uns auch bei schwierigen Rechtsfragen verständlich auszudrücken und „über den eigenen Tellerrand zu schauen“. Im Finanzamt dürfen wir zwar keine Steuerberatung geben, aber natürlich beantworten wir allgemeine Fragen von Bürger*innen, klären Sachverhalte auf und machen auf Verfahrenswege aufmerksam.“

 

Marco ist baff: „Weißt du Hannah, dein Studiengang ist richtig interessant. Dass du im Finanzamt eigentlich für uns alle etwas Sinnvolles und Wichtiges machst, war mir noch gar nicht bewusst. Aber es lohnt sich eben immer, genauer hinzuschauen!“

 

Marco wartete noch immer darauf, ob er für seinen Wunschstudiengang Ernährungswissenschaft an der Universität Potsdam zugelassen werden würde. Sein Freund Jannis hatte den Zulassungsbescheid für ‚Ökolandbau und Vermarktung‘ an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde schon erhalten und fieberte nun seinem Studium entgegen. Gemeinsam malten sie sich aus, wie das Leben als Studenten sein würde und sahen sich schon einmal auf den Webseiten und Social Media-Accounts ihrer Traumhochschulen um. Marco, der als erster in seiner Familie studieren würde, bekam bei der Recherche schnell ein mulmiges Gefühl – die Universität schien ihm wie ein ganz neues Universum, weil er so viele Begriffe nicht verstand. Jannis kannte sich ein bisschen mehr aus, da bereits seine Eltern und seine größere Schwester studiert hatten und er sich schon etwas über das Studium angelesen hatte. Gemeinsam erkundeten sie das für sie neue Hochschulvokabular.

Marco: Okay, Jannis. Ich habe schon verstanden, dass ich mich erst auf meinen Studiengang bewerben musste und mich dann, wenn ich ihn bekommen habe, noch immatrikulieren muss. Aber was heißt das eigentlich?

Jannis: Immatrikulation heißt sowas wie ‚Einschreibung‘ – damit nimmst du also den dir angebotenen Studienplatz an. Meine Schwester hat mir übrigens erzählt, dass es auch das Gegenstück davon gibt – Exmatrikulation. Wenn du dich exmatrikulierst bzw. exmatrikuliert wirst, bist du also nicht mehr Student dieses Studiengangs an der entsprechenden Hochschule.

Marco: Hm, ich habe schonmal von der Regelstudienzeit gehört – wird man etwa gleich exmatrikuliert, wenn die abgelaufen ist?

Jannis: Nein, zum Glück nicht! Man kann sein Studium in der Regelstudienzeit schaffen, wenn man genau nach Plan studiert – es gibt aber auch viele, die länger studieren und das ist auch so lange kein Problem, bis man das Doppelte der Regelstudienzeit erreicht.

Marco: Und was heißt jetzt „nach Plan studieren?“

Jannis: Hm, lass mich mal nachdenken… In jedem Semester gibt es eine bestimmte Anzahl an ECTS-Punkten (European Credit Transfer System) zu erfüllen. Meine Schwester hat auch immer von ‚Leistungspunkten‘ oder ‚Credit Points‘ gesprochen. Ein solcher Punkt entspricht immer insgesamt  etwa 30 h Arbeitsaufwand. Wie viele ECTS-Punkte pro Semester zu erbringen sind und wie sie sich zusammensetzen, ist in der Studien- und Prüfungsordnung des jeweiligen Studiengangs festgelegt. Google doch mal nach der aktuellen Studienordnung für Ernährungswissenschaft!

Marco: Hier habe ich sie; die aktuellste ist von 2017. Aha, ich soll in 6 Semestern – das ist also die Regelstudienzeit – 180 Credit Points erbringen, also ca. 30 pro Semester. Und woher weiß ich nun, wie ich auf die Punktanzahl komme?

Jannis: Schauen wir uns mal deinen Modulkatalog an. Darin sind alle Module aufgeführt, aus denen dein Studium besteht.

Marco: Was sind denn Module?

Jannis: Meine Schwester hat es mir so erklärt: In der Uni hast du verschiedene Arten von Lehrveranstaltungen, also zum Beispiel Vorlesungen, bei denen meist der Dozent oder die Dozentin einen Vortrag hält, oder Seminare, bei denen Lehrinhalte besprochen und zum Beispiel auch Referate gehalten werden oder noch andere Arten wie Übungen oder Tutorien. Die Lehrveranstaltungen sind wie Fächer, in denen du regelmäßig zum Unterricht gehen musst. Und ein Modul kann aus einer oder mehreren Lehrveranstaltungen bestehen, die thematisch zusammengehören. Schau mal, deine ersten Module wären zum Beispiel ‚Mathematik und Statistik‘, oder ‚Grundlagen der Biologie‘. Und wenn wir jetzt weiterschauen, finden wir deinen exemplarischen Studienverlaufsplan, in dem wir sehen können, wann du welche Module belegen solltest und aus welchen Lehrveranstaltungen die Module bestehen – schau mal, für ‚Mathematik und Stochastik‘ musst du im ersten Semester zum Beispiel eine Vorlesung und eine Übung belegen und dafür bekommst du vier Credit Points.

Auszug aus den Amtlichen Bekanntmachungen Nr. 13 vom 31.7.2017 - Seite 543 - 551. Anhang 2: Exemplarischer Studienverlaufsplan. Empfohlener Studienverlauf für das Bachelorstudium. [Ernährungswissenschaft. Auszug.]

Bild: Auszug aus der fachspezifischen Studien- und Prüfungsordnung für den Bachelorstudiengang Ernährungswissenschaft an der  Universität Potsdam vom 15. Februar 2017. Hier: Exemplarischer Studienverlaufsplan

 

Marco: Ah, verstehe! Wusstest du schon, dass man als Student bzw. Studentin für die einzelnen Fächer immer viel vor- und nachbereiten muss? Also Texte lesen, Aufgaben erledigen und so weiter.

Jannis: Oh ja, das habe ich auch schon gehört. Schau mal, die Bachelorarbeit ist auch ein Modul, im 6. Semester deines Studiengangs. Puh, daran möchte ich jetzt noch gar nicht denken…

Marco: Ja, ich habe auch schon ein bisschen Angst davor, eine richtige Abschlussarbeit für die Uni zu schreiben. Aber ich versuche mir dann zu sagen, wir haben davor ja noch genug Zeit um das wissenschaftliche Arbeiten zu lernen und uns darauf vorzubereiten. Aber wenn wir einen Master machen wollen, müssen wir einfach vorher auch den Bachelor schaffen.

Jannis: Meine Schwester ist ziemlich gut im Studium, sie macht gerade ihren Master in Politikwissenschaft und überlegt sogar danach zu promovieren.

Marco: Das heißt doch, dass man einen Doktorgrad erhält, oder?

Jannis: Genau, mit einer Promotion erwirbt man den Doktortitel – und den kann man übrigens nicht nur in Medizin, sondern auch in anderen Fächern bekommen!

Marco: Um Professor an der Uni zu werden, braucht man doch auch einen Doktortitel, oder?

Jannis: Professorinnen bzw. Professoren haben einen Lehrstuhl an der Hochschule und dafür brauchen sie in der Regel einen Doktortitel. Es gibt aber auch andere Lehrende – Dozentinnen bzw. Dozenten – die keinen Doktortitel haben. Das ist wohl von Fach zu Fach auch etwas unterschiedlich.

Marco: Interessant. Aber irgendwie auch ganz schön theoretisch. Mich interessiert eigentlich viel mehr, wie das Leben als Student dann im Alltag sein wird! Ich habe schonmal an einem Workshop von Studierenden teilgenommen und versucht, mir im Internet eine Vorstellung davon zu machen. An der Uni Potsdam gibt es nicht nur einen Campus, also ein Unigelände, sondern drei! Auf jedem Campus gibt es verschiedene Gebäude mit Hörsälen und Seminarräumen. Daneben natürlich auch Bibliotheken, eine Mensa und eine Cafeteria – ganz wichtig, damit man auch einfach mal mit Kommilitonen und Kommilitoninnen quatschen kann. Und weißt du, was ich richtig gut finde – das Akademische Viertel! Das bedeutet, dass der Unterricht eine Viertelstunde später beginnt!

Jannis: Wie meinst du das denn?

Marco: Ich habe im Internet gelesen, dass bei manchen Veranstaltungen zum Beispiel Beginn ‚10 Uhr c.t.‘ steht. Das bedeutet ‚cum tempore‘, also ‚mit Zeit‘ und bedeutet, dass der Unterricht um 10:15 Uhr beginnt. Man muss aber echt aufpassen, weil manche Veranstaltungen auch ‚s.t.‘, ‚sine tempore‘, das heißt ‚ohne Zeit‘ beginnen – hier also um punkt 10 Uhr.

Jannis: Oh, gut zu wissen! Da muss man also vorab im Vorlesungsverzeichnis nachschauen, wann genau der Unterricht beginnt. Das ist ein online-Verzeichnis deiner Hochschule, in das du dich als Student einloggen kannst. Darin sind alle Lehrveranstaltungen aufgeführt, sodass du dir dann die Veranstaltungen raussuchen kannst, die zu deinem jeweiligen Modul gehören. Man muss sich dann wohl noch innerhalb bestimmter Fristen dafür anmelden – oder in manchen Studiengängen wird dir der Stundenplan auch vorgegeben.

Marco: Puh, ganz schön viel zu organisieren. Zum Glück besteht ein Semester nicht nur aus Vorlesungszeit, sondern auch aus vorlesungsfreier Zeit! Ich weiß schon, dass man in diesen „Semesterferien“ nicht nur Ferien hat, sondern auch Praktika machen oder Hausarbeiten schreiben muss – aber trotzdem gut, zwischen Winter- und Sommersemester auch mal durchatmen zu können.

Jannis: Darauf freue ich mich auch schon! Ich hoffe einfach, dass du die Zusage für Ernährungswissenschaft kriegst und wir beide bald Studenten sind!

Marco und Jannis waren so richtig im Stoff und recherchierten nun noch etwas weiter. Dabei stießen sie auf ein nützliches Online-Lexikon der Universität Potsdam, das viele wichtige Begriffe rund ums Studium erklärte. Dort würden sie nachgucken, wenn sie einen Begriff mal nicht verstanden.

Marco wusste nun aufgrund seiner Recherche, dass er während seines Studiums etwa 800 bis 900 € monatlich ausgeben würde. Doch woher sollte das Geld kommen?

Wie kann ich mir mein Studium finanzieren?

Marco wusste, dass seine Eltern dazu verpflichtet waren, ihn während seiner (Hochschul-)Ausbildung zu finanzieren – er wusste aber auch, dass seine Eltern aufgrund der Versorgung seiner jüngeren Geschwister nur begrenzte Mittel hatten, die sie ihm monatlich zur Verfügung stellen konnten. Eine Weile drückte er sich um das unangenehme Thema herum, aber schließlich musste er seine Eltern darauf ansprechen. Wie er erwartet hatte, konnten seine Eltern ihm nur wenig Unterstützung zusichern. Beide waren zwar stolz, dass ihr Sohn sich auf ein Studium beworben hatte. Vor allem sein Vater hätte es jedoch gern gesehen, wenn er sich auf ein duales Studium beworben hätte, bei dem er schon während der Ausbildung Geld bekommen würde. Auch wenn sie ihren Sohn dennoch unterstützen wollten – mehr als 50 € Taschengeld im Monat konnten sie ihm nicht versprechen. Sie vereinbarten aber, dass Marco natürlich sein Kindergeld von etwa 200 € monatlich erhalten würde.

Alle drei setzten große Hoffnungen in das BAföG. Sie wussten, dass es unter anderem davon abhängig war, wie viel Geld die Eltern verdienten und ob man Geschwister hatte, daher rechneten sie sich gute Chancen darauf aus, dass Marco diese staatliche Unterstützung bekommen würde. Ein unverbindlicher BAföG-Rechner, den Marco im Internet fand, unterstützte seine Hoffnung: Demnach würde er den Höchstsatz von 861 € monatlich bekommen! Aber wie funktionierte das mit dem BAföG eigentlich? Er fand heraus: BAföG ist ein Darlehen, das man vom Staat bekommt, von dem man aber nur 50% zurückzahlen muss. Mehr als 10.000 € würde er aber nicht zurückzahlen müssen, auch wenn er mehr als das Doppelte davon als Darlehen bekam. Diese Möglichkeit wollte Marco natürlich nutzen und stellte seinen BAföG-Antrag direkt beim Studentenwerk Potsdam. Sollte er keinen Platz an der Uni Potsdam, aber einen an der TU bekommen, würde er direkt nach der Zulassung BAföG beim Studierendenwerk Berlin beantragen, weil er gelesen hatte, dass er das Geld erst ab dem Monat der Antragstellung bekommen konnte.

Nun wollte Marco sich schon ganz entspannt zurücklehnen. Jannis machte ihn jedoch darauf aufmerksam, dass er bisher keinerlei Sicherheit hatte, ob er überhaupt BAföG bekommen würde – und dass die Überweisung des Geldes etwas auf sich warten lassen könnte. Jannis hatte recht – und Marco informierte sich lieber über weitere Finanzierungsmöglichkeiten. Als nächstes fiel ihm natürlich ein Nebenjob ein. Während seines Auslandsjahrs hatte er schon Erfahrungen damit gesammelt und war nicht abgeneigt, sich Geld hinzuzuverdienen. Selbst wenn er BAföG bekommen sollte, wollte er Geld ansparen, um gemeinsam mit Jannis noch einmal ins Land ihrer Träume, Kanada, gehen zu können.

Doch welchen Job sollte Marco sich suchen? Mit Kellnern hatte er bereits Erfahrung gemacht und könnte sich das wieder auch vorstellen – besonders zog es ihn allerdings nicht wieder zu dieser Tätigkeit. Er überlegte – Babysitten, Nachhilfe oder Aushilfe in einem Geschäft waren zwar keine schlechten Ideen, jedoch nicht ganz sein Ding. Vielmehr hatte er Lust, sich einen Job zu suchen, wo er auch schon etwas lernen würde. Er stieß auf das Deutsche Institut für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke, das perfekt zu seinem Wunschstudium passte. Derzeit waren dort keine Stellen für Studierende ausgeschrieben, doch er nahm sich vor, dieses Institut im Blick zu behalten. Vielleicht ergab sich ja in den nächsten Semestern die Möglichkeit, dort zu arbeiten.

Und eine weitere Finanzierungsmöglichkeiten hatte Marco im Instagram Live von deine.stubb mitbekommen: Stipendien. Marco hielt sich selbst dafür überhaupt nicht für geeignet. War das nicht etwas für die Klassenbesten? Da konnte er mit seinem Abi von 2,1 nicht mithalten. Die zwei Studentinnen hatten jedoch gesagt, es gebe nicht nur leistungsbezogene, sondern auch andere Stipendien. Sie ermunterten sehr dazu, sich auf ein Stipendium zu bewerben, da die Konkurrenz lange nicht so hoch sei wie man glauben könnte. Bei einem Stipendium würde man Geld erhalten, das man nicht zurückzahlen musste – konnte das wirklich sein? Auf der Seite Stipendienlotse.de konnte Marco anhand seiner persönlichen Angaben nach dem richtigen Stipendium für sich suchen – und erhielt tatsächlich ein paar Vorschläge! Er nahm sich vor, sich diese Liste noch einmal genauer anzusehen, sobald er die Zusage für ein Studium erhalten hatte, und sich dann für ein Stipendium zu bewerben!

Marco war froh, schon mehrere Möglichkeiten gefunden zu haben, sein Studium zu finanzieren. Als letzte Chance fiel ihm noch ein Studienkredit ein. Sollte keine seiner anderen Pläne aufgehen, würde er sicher froh über diese Möglichkeit sein, sich sein Studium zu finanzieren. Er war jedoch erleichtert, dass es bisher nicht danach aussah, dass er diese Möglichkeit ausschöpfen müsste – denn er wusste, dass bei einem Kredit Zinsen anfielen und einem – anders als beim BAföG – kein Geld geschenkt wurde…

Marco war optimistisch, mit Kindergeld, BAföG, einem Nebenjob und evtl. sogar einem Stipendium finanziell gut über die Runden zu kommen. In der Tasche hatte er davon jedoch noch nichts. Alles hing davon ab, ob er nun wirklich studieren können würde und wo…

 

Lest in der nächsten Folge, wie Marco sich gemeinsam mit Jannis auf sein Studium vorbereitet und lerne dabei das Hochschulvokabular kennen.

Abwarten und Tee trinken – das fiel Marco ganz schön schwer! Fristgerecht zum 20.08. hatte er die Bewerbung für seinen Wunschstudiengang Ernährungswissenschaft an der Universität Potsdam eingereicht. Auch für seinen Zweitwunsch, Lebensmitteltechnologie an der Technischen Universität Berlin, hatte er sich rechtzeitig beworben. Nun hieß es einfach Daumen drücken!

Aber egal wo er studieren würde – Marco merkte schon jetzt, dass ihm das Geld langsam knapp wurde – wie würde das dann erst im Studium werden?

In seinem Auslandsjahr in Kanada hatte er sich zum ersten Mal selbst finanzieren müssen. In dieser Zeit hatte er gemerkt, wie schnell einem das Geld ausgehen kann. Er wollte sich voll und ganz auf sein Studium konzentrieren können, ohne dabei finanzielle Sorgen haben zu müssen. Daher entwickelte er einen Plan:

1.       Herausbekommen, wie teuer ein Studium ist

2.       Überlegen, wie er sich sein Studium finanzieren kann

Bei seiner Recherche stieß Marco auf ein gespeichertes Instagram Live auf dem Instagramkanal @deine.stubb des Netzwerks Studienorientierung genau zu diesem Thema – darin erzählten zwei Studentinnen der Uni Potsdam viel Interessantes zur Finanzierung des Studiums und gaben auch persönliche Erfahrungen weiter. Diese und weitere Internetquellen sowie das Gespräch mit seinen Eltern und Freunden halfen ihm bei der Orientierung.

Wie teuer ist ein Studium?

Marco fand heraus, dass Studierende in Deutschland durchschnittlich 819€ im Monat ausgeben. Puh, das klang erstmal ganz schön viel! Warum war der Betrag so hoch? Ein Diagramm gab Auskunft:

Waskostet ein Studium? Ernährung 168€; Miete 323€; Lernmittel 20€; Kommunikation 31€; Gesundheit 80€, Freizeit 61€, Auto / ÖPNV 94€; Kleidung 42€;

Abbildung: Durchschnittliche monatliche Ausgaben von Studierenden in Deutschland [Stand 2016]

Durchschnittlich 323€ Miete – das konnte Marco noch ganz gut nachvollziehen. Er hatte selbst schon einmal nach Wohnungen in Potsdam und Berlin recherchiert und hatte sogar deutlich teurere Wohnungen gesehen. Hier gab es wahrscheinlich große Unterschiede – je nachdem, in welcher Stadt man lebte, und ob man eine eigene Wohnung hatte oder deutlich günstiger in einer WG oder einem Studentenwohnheim lebte. Marco wollte am liebsten mit seinem Freund Jannis, der an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde studieren wollte, in Berlin zusammenwohnen und hoffte, gemeinsam mit ihm eine Wohnung in einem günstigen Stadtteil zu finden, bei der er zumindest nicht weit über den angegebenen 323€ landete.

Etwa 168€ entfielen laut dem Diagramm monatlich auf Lebensmittel, auch damit konnte er etwas anfangen. Er überschlug im Kopf, dass man schnell auch deutlich mehr ausgeben konnte, wenn man zum Beispiel gern am Wochenende ausging. Er hatte sich jedoch schon in seinem Auslandsjahr angewöhnt, in günstige Cafés und Kneipen zu gehen und ohnehin saß er lieber mit Freunden am Fluss als in einem stickigen Club. Zudem fand er heraus, dass es in der Mensa der Universität Potsdam jeden Tag ein Gericht gab, das nur 1,60 € kostete!

Soweit so gut, aber was versteckte sich hinter den restlichen Beträgen in der Tabelle?

94€ für Verkehrsmittel? – Darin war wohl der Durchschnittspreis für das berühmte Semesterticket enthalten. Bei diesem Betrag musste er erstmal schlucken; so viel Geld sollte er zahlen, nur damit er zur Uni fahren konnte? Nach einer kurzen Recherche fand er jedoch heraus, dass er in diesem Punkt wahrscheinlich etwas würde sparen können. Der Semesterbeitrag an der Universität Potsdam betrug aktuell ca. 304€ – heruntergerechnet kam er damit auf 51€ im Monat. Und mit diesem Semesterticket konnte er nicht nur Potsdam, sondern sogar auch in Berlin und im gesamten VBB-Netz fahren! Somit würde er auch kein gesondertes Ticket lösen müssen, wenn er seine Eltern auf dem Brandenburger Land besuchen fahren würde und damit noch Geld sparen.

Sehr überraschte ihn, dass ihn angeblich 80€ im Monat Gesundheitskosten erwarteten. Seine Eltern sagten ihm, dass er während seiner Schulzeit über sie in der Familienversicherung einer gesetzlichen Krankenkasse versichert war. Daraufhin rief er bei der Krankenkasse an und bekam gute Nachrichten: Wenn er ein Studium aufnehmen würde, könnte er bis zu seinem 25. Geburtstag in der Familienversicherung bleiben und somit die Kosten für die Krankenkasse komplett sparen. Erst, wenn er danach weiterhin studieren würde, müsste er Kosten für eine eigene Krankenversicherung zahlen. Die Mitarbeiterin der Krankenkasse wies ihn jedoch auch darauf hin, dass er für den Verbleib in der  Familienversicherung auch nicht, z.B. durch einen Nebenjob, mehr als 455€ monatlich verdienen durfte. Marco nahm sich vor, noch einmal genau zu rechnen, ob er neben dem Studium würde arbeiten müssen und wie viel Geld er dabei verdienen wollte.

Die restlichen ca. 150€ würden laut dem Diagramm auf Freizeit (z.B. Sport, Konzerte, Kino), Kleidung und Kosmetika, Kommunikationsmedien (z.B. Handyvertrag, Internet zu Hause) und Bücher sowie andere Lernmittel für die Uni entfallen. Das klang erstmal nicht schlecht – immerhin war es deutlich mehr, als ihm als Schüler an Taschengeld zur Verfügung gestanden hatte. Da hatte er aber auch noch nicht allein gelebt…

Alles in allem hatte Marco das Gefühl, dass der durchschnittliche Gesamtbetrag von 819€ im Monat für ihn ungefähr stimmen könnte. Ihm war jedoch klar, dass dies nur ein Durchschnittswert war und er noch nicht genau wusste, ob er am Ende vielleicht nur bei 500€ oder doch bei 1000€ monatlich landen würde. Er nahm sich daher vor, in seinen ersten Monaten als Student seine Ausgaben genau im Blick zu behalten, um nicht ins Minus zu geraten.

Lest in der nächsten Folge, wie Marco sich sein Studium finanziert!

Am 17. Juli war es endlich soweit: Nach wochenlanger Ungewissheit, wann sich Marco endlich bewerben konnte, bekam er morgens nach dem Aufstehen eine E-Mail von der Universität Potsdam. Er hatte sich bei einem Newsletter zur Bewerbung angemeldet und jeden Tag darauf gewartet, dass das Portal öffnen würde.

Obwohl Marco wusste, dass er nun noch bis zum 20. August Zeit hatte, wollte er sofort mit der Bewerbung loslegen. Er war erst eine Woche zuvor aus Kanada zurückgekommen und sich nicht ganz sicher, ob er alle benötigten Unterlagen bereits beisammen hatte. Nach dem Frühstück schnappte er sich seinen Laptop und öffnete das Bewerbungsportal der Universität Potsdam. Dort musste er zunächst ein Benutzerkonto anlegen und nach kurzer Orientierung im Portal, fand er auch den Button ‚Antrag hinzufügen‘. Jetzt wurde es ernst. Zum Glück hatte sich Marco für den gesamten Tag nichts weiter vorgenommen. So hatte er genug Zeit und Ruhe, alle Informationstexte zu lesen und seine Bewerbung Schritt für Schritt durchzuführen.

Im ersten Schritt musste er beweisen, dass er sich vorab gut informiert hatte. Er wurde erst nach dem angestrebten Studienabschluss gefragt, ehe er sein Wunschstudienfach auswählen konnte. Zum Glück fand Marco neben den Feldern immer Info-Buttons (i), wo sich detaillierte Beschreibungen und Hilfestellungen verbargen und wählte aus:

1.       Bachelor of Science

2.       B.Sc. Ernährungswissenschaft

3.       1. Fachsemester

Direkt wurde ihm angezeigt, dass für Ernährungswissenschaft eine örtliche Zulassungsbeschränkung galt. Das wusste Marco ja bereits. Im nächsten Schritt hatte Marco nun die Möglichkeit, einen Antrag auf eine bevorzugte Zulassung zu stellen. Er las sich die Voraussetzungen (Bundeskader des Deutschen Olympischen Sportbundes, außergewöhnliche Härte, bevorzugte Zulassung) durch und erkannte, dass nichts auf ihn zutraf.

Als nächstes konnte er nun seine Hochschulreife auswählen bzw. eintragen. Dafür benötigte er die Abschlussnote und das Datum des Erwerbs seines Abiturzeugnisses. Außerdem musste er das Land, den Landkreis und die Art der Hochschulreife angeben. Bei der Art der Hochschulreife überlegte er kurz, war sich dann aber doch sehr sicher: allgemeine Hochschulreife (aHR). Zum Glück fand er diese Information auch auf seinem Zeugnis. Er war beruhigt, dass er also nichts falsch gemacht hatte.

Nach der Eingabe dauerte es etwas, bis die nächste Seite erschien. Aber Marco war sich sicher, dass es kein technisches Problem geben würde, denn er hatte extra im Vorfeld die Internetverbindung überprüft.

Anschließend hatte er noch die Möglichkeit, durch verschiedene Anträge seine Chance auf einen Studienplatz zu verbessern. Er entschied sich jedoch dafür keinen Antrag auf Verbesserung der Wartezeit, der Durchschnittsnote oder Berücksichtigung eines Dienstes auszufüllen. Dies ist nur dann sinnvoll, wenn zum Beispiel ein Antrag auf Nachteilsausgleich gestellt wurde, der zu einer Verbesserung der Wartezeit führen kann, weil jemand eine Behinderung oder eine chronische Krankheit hat. Marco erfüllte die notwendigen Erfordernisse nicht.

Nun musste er noch angeben, ob er bereits ein Studium absolviert hatte. Dabei überlegte er kurz, wie die Sprachschule an der Universität in Kanada einzuschätzen war: Er war dort zwar nicht immatrikuliert, aber besuchte einen Sprachkurs – letztlich fand er heraus, dass nur Angaben zu einem Studium in Deutschland gemacht werden sollen, seine Zeit in Kanada zählte also nicht mit.

Danach kam noch die Abfrage, ob er an einem strukturierten Studienvorbereitungsprogramm teilgenommen hatte. Das hatte er nicht, aber er erinnerte sich noch daran, über diese Möglichkeit zur Verbesserung seiner Durchschnittsnote im Vorfeld gelesen zu haben. Ein bisschen ärgerte er sich, nicht früher davon gehört zu haben. Er war sich ganz sicher: sollten seine Kinder später einmal studieren wollen, würde er ihnen im Vorfeld viele dieser Informationen mitgeben. Für ihn war es jetzt aber zu spät und er hoffte, dass sich dieser Fakt nicht negativ auf seinen Weg ausüben würde.

Abschließend musste Marco nur noch die Richtigkeit seiner Angaben überprüfen. Dafür wollte er sich viel Zeit nehmen und sich vorher nur kurz etwas zu trinken holen und dann direkt weitermachen. Da lenkten ihn seine kleinen Geschwister ab, und als er eine knappe Stunde später wieder am Laptop saß, war er nicht mehr im Studienplatzportal eingeloggt. Marco erschrak kurz: waren nun all seine Angaben verschwunden? Zum Glück hatte er sich das Passwort und seinen Benutzernamen im Vorfeld aufgeschrieben. Er meldete sich wieder an und freute sich riesig, als er seinen Antrag wiederfand. Alle bearbeiteten Anträge waren gespeichert. Nun musste er nur noch final die Richtigkeit überprüfen und dann… ja, was kommt dann eigentlich? Dann heißt es aktiv werden: Zulassungsantrag ausdrucken, unterschreiben, Unterlagen und Nachweise in einfacher Kopie auf dem Postweg an die Uni Potsdam schicken. Er fragte sich, bis wann er die Unterlagen eigentlich einreichen soll? Um nichts zu vergessen, schaute er direkt nach und notierte sich den 20. August rot im Kalender als letzter Tag, an dem seine Bewerbung in Potsdam sein muss! Geschafft! Danach heißt es erstmal: abwarten und Tee trinken…

 

Nachdem Marco in seinem Entscheidungsprozess bereits bis zur Entscheidungsphase gelangt war, war er voller Euphorie und freute sich auf den kommenden Lebensabschnitt sowie auf seine Rückkehr nach Deutschland. Durch die Gespräche mit den Studienberaterinnen der Uni Potsdam wusste er bereits, dass es sich bei seinem angestrebten Studiengang „Ernährungswissenschaft“ um einen zulassungsbeschränkten Studiengang handelte. Die Studienberaterinnen hatten ihm außerdem bestätigt, was er bereits zuvor durch eigene Recherchen herausgefunden hatte: Die Zugangsvoraussetzungen verlangten lediglich eine Hochschulzugangsberechtigung, weitere Voraussetzungen wie eine Eignungsprüfung gab es nicht. Die Webseite der Universität Potsdam verriet ihm, dass die Bewerbungsfrist für zulassungsbeschränkte Studiengänge in diesem Jahr auf den 20. August 2020 gelegt wurde. Sobald er wieder in Deutschland sein wird, würde Marco den Antrag auf Zulassung stellen und die erforderlichen Unterlagen einsenden – in seinem Fall den unterschriebenen Zulassungsantrag sowie die Kopie seines Abiturzeugnisses. Seine Rückkehr war noch für Juli geplant, so dass die Einhaltung der Bewerbungsfrist für ihn kein Problem darstellen sollte.

Ein kleiner Dämpfer

Als er sich die Auswahlgrenzen des letzten Jahres für Ernährungswissenschaft an der Uni Potsdam genauer anschaute, wurde seine Euphorie jedoch zunächst etwas gebremst.

DN = Durchschnittsnote
WZ = Wartezeit
Wintersemester 2018/19
Hochschulauswahlverfahren Wartezeit
Studienfach DN (WZ) WZ (DN)
Ernährungswissenschaft 2,0 (0) 6 (3,0)

Tab. 1: Auswahlgrenzen für Erststudienbewerber an der Universität Potsdam
(Quelle: https://www.uni-potsdam.de/de/studium/zugang/bewerbung-bachelor/auswahlverfahren vom 30.06.2020)

Der Tabelle konnte Marco entnehmen, dass im letzten Jahr der oder die letzte Bewerber*in im Hochschulauswahlverfahren eine Durchschnittsnote von 2,0 vorweisen hatte können. Ein strukturiertes Studienvorbereitungsprogramm, welches seine Abiturnote aufgewertet hätte, hatte er nicht absolviert und eine Studienplatzvergabe über die Durchschnittsnote wäre im Hauptverfahren des letzten Jahres für ihn mit einer Abiturnote von 2,1 nicht möglich gewesen. Auch die Angaben bezüglich der Wartezeit ließen ihn nicht gerade auf eine Zulassung hoffen: Die letzte Zulassung war hier im vorigen Jahr bei einer Wartezeit von sechs Semestern erfolgt, während er sich durch seinen einjährigen Auslandsaufenthalt nur zwei Wartesemester „erarbeitet“ hatte.

Ein Lichtblick

Marco musste kurz schlucken, fing sich aber nach einigen Minuten wieder. Zum einen, da er sich klar machte, dass die Auswahlgrenzen lediglich eine erste Orientierung lieferten und niemals eine Aussage über die Auswahlgrenzen in diesem Jahr machen konnten. Zum anderen, da er wusste, dass der Weg zu seinem Wunschstudiengang nicht nur über das Hauptverfahren, sondern auch über das Nachrückverfahren möglich war. Hierfür würde es nur einen Funken Glück bedürfen. Außerdem hatte er sich ja bereits über die Studienmöglichkeiten an anderen Hochschulen informiert, unter anderem über den Studiengang Lebensmitteltechnologie an der Technischen Universität Berlin. Dieser war zwar ebenfalls zulassungsbeschränkt, jedoch hatten hier im letzten Wintersemester alle Bewerber*innen eine Zulassung erhalten, so dass Marco auch für sich selbst gute Chancen sah. Er würde sich also nicht nur an der Universität Potsdam, sondern auch an der Technischen Universität Berlin bewerben. So würde er seine Zukunft nicht nur auf eine Karte setzen, auch wenn er sich nur ungerne vorstellte, an einer Universität, die nicht seiner ersten Wahl entsprach, immatrikuliert zu sein. Schließlich hatte er gute Gründe, weshalb er sein Studium in Potsdam aufnehmen wollte und in Gedanken verbrachte er seine Zeit zwischen den Vorlesungen bereits mit Kommiliton*innen auf dem Campus Golm. Er verdrängte den Gedanken, dass seine Abiturnote ihm ein Schnippchen schlagen könnte, und gab seine Pläne nicht auf – schließlich waren diese das Ergebnis eines wohldurchdachten Entscheidungsprozesses. Lieber zeigte er sich zuversichtlich, dass er in nur wenigen Monaten Student der Ernährungswissenschaft an der Uni Potsdam sein würde…

 

 

Wenn man sich auf den Seiten einer Hochschule zum Thema Bewerbung umschaut, können schon mal sehr viele neue Informationen auf einen zukommen. Bewerbungs- und Immatrikulationsfristen, Eignungsprüfungen, Wartesemester, einzureichende Unterlagen… Die Liste mit Dingen, die du vor dem Start des Studiums beachten musst, ist lang. Aber keine Angst, in diesem Blogbeitrag wollen wir etwas mehr Licht in den Prozess bringen, den du auf dem Weg zu deinem Wunschstudiengang durchlaufen wirst. Für die bundesweit zulassungsbeschränkten Studiengänge (Pharmazie, Human- Zahn- und Veterinärmedizin) gelten besondere Bestimmungen, auf die wir hier nicht eingehen, die du aber auf www.hochschulstart.de findest.

Zugangsvoraussetzungen für ein Studium an einer Hochschule

In einem ersten Schritt solltest du sicher gehen, dass du die notwendigen Zugangsvoraussetzungen für deinen Wunschstudiengang erfüllst. In jedem Fall musst du eine Hochschulzugangsberechtigung (HZB) besitzen. Diese liegt nicht nur mit einem Abitur vor, denn es gibt auch andere Arten der HZB. Du kannst in Brandenburg zum Beispiel auch mit der Fachhochschulreife oder als beruflich qualifizierte*r Bewerber*in ein Studium an einer Hochschule aufnehmen. Je nach Studiengang können weitere Zugangsvoraussetzungen festgelegt werden. Insbesondere in den künstlerischen, sprachlichen und sportlichen Studiengängen kannst du fest mit einer Eignungsprüfung rechnen. Welche Zugangsvoraussetzungen für deinen angestrebten Studiengang gelten, erfährst du auf der zugehörigen Studiengangsseite. Wenn du Fragen zu den Zugangsvoraussetzungen hast, nimm Kontakt zu der Studienberatung oder dem Immatrikulationsamt der entsprechenden Hochschulen auf. Das untenstehende Diagramm zeigt dir, wie dein Weg an die Hochschule deiner Wünsche aussehen könnte. Wenn du dieses durchläufst, wirst du feststellen, dass es zulassungsfreie und zulassungsbeschränkte Studiengänge gibt. Zulassungsfreie Studiengänge werden oft auch als Studiengänge ohne Numerus Clausus (N.C.), zulassungsbeschränkte als Studiengänge mit N.C. bezeichnet.

 Bewerbungs- und Zulassungsprozess vereinfacht dargestellt

Abb. 1: Bewerbungs- und Zulassungsprozess vereinfacht dargestellt (Quelle: eigene Darstellung )

 

Du solltest dich unbedingt so früh wie möglich auf den Webseiten der Hochschulen über die Fristen für die Anmeldung zur Eignungsprüfung (Sprachprüfung etc.) und die Einreichung der Zulassungs- und Immatrikulationsanträge informieren. Diese können für Alt- und Neuabiturient*innen unterschiedlich ausfallen und insbesondere in diesem Jahr weichen die Fristen Corona-bedingt von den üblichen ab.

Zulassungsfreie Studiengänge

Wenn du die Zugangsvoraussetzungen erfüllst und dich für einen zulassungsfreien Studiengang interessierst, musst du lediglich den Antrag auf Immatrikulation stellen. Mit diesem beantragst du die Einschreibung als Student oder Studentin in einen bestimmten Studiengang an einer Hochschule. Den Antrag auf Immatrikulation stellst du ohne vorangegangene Bewerbung online, die einzureichenden Unterlagen sendest du gemäß den Hinweisen auf dem Antrag ein. Diese umfassen in der Regel den unterschriebenen Immatrikulationsantrag, eine amtlich beglaubigte Kopie deiner HZB, eine Kopie deines Ausweises, einen tabellarischen Lebenslauf inkl. Passfoto sowie den Nachweis deiner Krankenversicherung. Hinzukommen können noch der Nachweis über eine bestandene Eignungsprüfung und, je nach Ausgangslage, weitere Nachweise. Die Immatrikulation erfolgt dann nach Überweisung des Semesterbeitrags. Dieser ist ein Pflichtbeitrag und deckt nicht nur anfallende Verwaltungskosten, sondern beinhaltet auch Abgaben an den Studierendenausschuss der Hochschule und das Studentenwerk beispielsweise zur Finanzierung von Mensen und Studentenwohnheimen. In Brandenburg stellt den größten Anteil des Semesterbeitrags die Gebühr für das Semesterticket dar, mit dem du den öffentlichen Personennahverkehr in Berlin und Brandenburg nutzen kannst.

Übrigens: In Brandenburg sind die meisten Studiengänge zulassungsfrei.

Zulassungsbeschränkte Studiengänge

Ein Studiengang ist zulassungsbeschränkt, wenn es mehr Interessent*innen als zur Verfügung stehende Studienplätze gibt. Dieser Umstand wird mit dem Begriff „Numerus Clausus“ beschrieben. Du stellst den Zulassungsantrag online über die Website der Hochschule. Für manche Studiengänge ist die zusätzliche Registrierung für das Dialogorientierte Serviceverfahren über hochschulstart.de vorgesehen, welches verhindern soll, dass Studienplätze unbesetzt bleiben. Hier kannst du sehen, welche Studiengänge an diesem Verfahren teilnehmen. Den Zulassungsantrag sendest du unterschrieben mit einer amtlich beglaubigten Kopie deiner HZB und ggf. weiteren Nachweisen an die Hochschule und wartest das Ergebnis der Auswahlverfahren ab. Erhältst du einen Zulassungsbescheid, kannst du dich als Studentin oder Student an der Hochschule einschreiben. Dafür gibt es in Brandenburg zwei Auswahlverfahren:

Auswahlverfahren 1: Hochschulauswahlverfahren

Hochschulauswahlverfahren haben Einfluss auf 80 % der nach Abzug der Vorabquote verbleibenden Studienplätze. Die Hochschule legt verschiedene Kriterien fest, anhand derer deine für den Bewerbungsprozess relevante Durchschnittsnote festgelegt wird. Den größten Einfluss auf diese Durchschnittsnote hat die Abschlussnote deiner HZB, es muss jedoch noch wenigstens ein weiteres Zulassungskriterium hinzugezogen werden. An der Universität Potsdam wird die Abschlussnote von Bewerber*innen, die an einem strukturierten Studienvorbereitungsprogramm teilgenommen haben, um 0,1 Notenpunkte aufgewertet. Hast du zum Beispiel eine Abiturnote von 2,0 und kannst nachweisen, dass du am Potenzial-Assessment-Verfahren „tasteMINT“ teilgenommen hast, gehst du mit einer Durchschnittsnote von 1,9 ins Rennen um deinen Studienplatz. Einen anderen Einflussfaktor verwendet die TH Wildau: Hier wird eine einschlägige Berufsausbildung oder Berufstätigkeit mit der Note 1,0 bewertet und mit einer Gewichtung von 20 % mit der Abschlussnote der HZB verrechnet. Auskunft über die Hochschulauswahlverfahren geben dir die Zulassungsordnungen bzw. Zulassungssatzungen der Hochschulen. Du kannst dich aber auch an die Studienberatung deiner angestrebten Hochschule wenden, sie helfen dir weiter, solltest du die Orientierung im Satzungs- und Ordnungsdschungel der Hochschule verlieren.

Auswahlverfahren 2: Wartezeit

Die restlichen 20% der verbleibenden Studienplätze werden nach Wartezeit vergeben. Die Wartezeit bezeichnet die Zeit, die zwischen dem Erwerb deiner HZB und dem Zulassungsantrag besteht, in der du an keiner deutschen Hochschule immatrikuliert warst. Dabei entspricht ein Wartesemester sechs Monaten und je höher die Wartezeit, umso besser stehen deine Chancen auf eine Zulassung.

Übrigens: Solltest du nach deiner Bewerbung eine Absage erhalten, gibt es immer noch die Chance im Rahmen des Nachrückverfahrens eine Zusage zu erhalten. Denn sollten Bewerber*innen, die im Hauptverfahren eine Zusage erhalten haben, ihren Studienplatz nicht annehmen, werden diese den „Nachrücker*innen“ angeboten.

War dir das zu theoretisch? Im nächsten Beitrag erfährst du mehr über N.C. und Wartesemester, indem du einen Einblick in Marcos Bewerbungsprozess erhältst.

Marco war noch in seinem Gap-Year auf der kanadischen Milchfarm, als der Gedanke in ihm zu nagen begann: Was kommt danach? Völlig orientierungslos, wie er mit der Suche nach seinem Wunschstudiengang beginnen sollte, recherchierte er im Internet und stieß auf das Workbook zur Entscheidungsfindung des Netzwerks Studienorientierung – genau das, was er brauchte! Gleich im dritten Kapitel stieß er auf ein Thema, das ihn entscheidend in seiner Studienwahl voranbringen sollte: Interessenfelder. Zum ersten Mal machte Marco sich bewusst darüber Gedanken, was ihn wirklich interessierte und welche Tätigkeiten ihm Freude bereiteten. Die Fragen im Workbook stießen viele Gedanken an und so konnte er Schritt für Schritt sein Interessenprofil nach dem Modell von John Holland bilden.

Was machst du gern in deiner Freizeit? Was sind deine Hobbies? Wo bringst du dich aktiv ein?

Da fiel ihm natürlich sofort die Milchfarm ein, auf der er sich derzeit befand. Die traditionellen und neueren Verfahren der Milcherzeugung kennen zu lernen, hatte ein großes Interesse in ihm geweckt. Dass bei dieser Arbeit hochwertige und natürliche Lebensmittel erzeugt wurden, begeisterte ihn.  Eigentlich gar nicht verwunderlich, dachte er sich, denn er hatte schon lange Freude an gutem und gesundem Essen. Gesunde Ernährung hatte in seiner Familie schon eine Rolle gespielt, jedoch hatten in der fünfköpfigen Familie beim Kochen oft auch praktische Gesichtspunkte im Vordergrund gestanden. Er hatte sich schon länger dafür interessiert, wie man seine Ernährung gesund und abwechslungsreich gestalten konnte und schon als Kind seine Eltern mit Fragen gelöchert wie etwa, warum Gemüse denn nun eigentlich so gesund sei. Seinen Eltern war sein Interesse aufgefallen, sodass sie ihm, als seine Schulnoten schlechter wurden, eine Ausbildung zum Koch vorschlugen. Doch auch wenn Marco sich gern ab und zu selbst in der Küche kreativ austobte, als Koch sah er sich nicht.

Vielmehr fiel ihm bei der Beantwortung der Fragen aus dem Workbook mehr und mehr auf, dass er ein großes Interesse am Verstehen von Theorien, Zusammenhängen und Prozessen hatte. Er war vielseitig interessiert und stellt viele Fragen. Sein großes Vorbild (Welche Personen, egal ob real, fiktiv, lebend oder bereits tot, nimmst du dir zum Vorbild und weswegen?) war eine Mitarbeiterin der Milchfarm, die eine Art Mentorin für ihn geworden war. Mit ihren 30 Jahren Berufserfahrung hatte sie einen enormen Wissensschatz und konnte ihm jede Frage zu den Hintergründen der Milcherzeugung und der biochemischen Zusammensetzung von Nahrungsmitteln beantworten – Wissen, das er gierig aufgesogen hatte.

Die Frage „In welchen Bereichen vergisst du die Welt um dich herum?“ beschwor vor seinem inneren Auge die Bibliothek herauf, in der seine Mutter arbeitete. Der Geruch alter Bücher und die Stille in Bibliotheken hatte ihn schon als kleines Kind fasziniert und er freute sich daher auch darauf, in seinem Studium die Bibliothek zu besuchen. Marco wurde klar, dass sein dominantes Interessenfeld das wissenschaftlich-forschende war.

Fragen wie „In welchen Bereichen lassen sich andere Menschen von dir helfen?“ brachten ihn zu seinem zweitwichtigsten Interessenfeld, dem sozialen. Als Bruder zweier jüngerer Geschwister hatte er viel Erfahrung damit, anderen etwas beizubringen. Er hatte ihnen oft bei den Hausaufgaben geholfen, besonders in Biologie; aber auch für die anderen Naturwissenschaften hatte er ein Händchen gehabt. In seinen Jobs in der Gastronomie hatte er seine soziale Ader auf andere Weise ausleben können; wenn er die Arbeit selbst auch als ein wenig langweilig empfunden hatte – der Kontakt mit den Gästen hatte ihm dabei durchaus Freude bereitet. Er konnte sich auch gut vorstellen, in seinem späteren Beruf vielleicht einmal eine beratende oder lehrende Tätigkeit zu übernehmen.

Marco betrachtete nun die übrig gebliebenen Interessenfelder. Technisch-praktische Interessen konnte er in sich durchaus entdecken, aber wenn er sich mit seinem Freund Jannis verglich, der an den praktischen Aufgaben auf der Milchfarm immer besonders großes Interesse hatte, merkte er, dass dieses Interessenfeld bei ihm weniger stark ausgeprägt war. Organisierend-verwaltenden Tätigkeiten, wie z.B. wenn er als Kind seiner Mutter in der Bibliothek manchmal beim Einsortieren der Bücher helfen durfte, konnte er durchaus etwas abgewinnen; und künstlerisch-kreativ wurde er gern beim Kochen – beide Interessenfelder erschienen ihm jedoch nicht als zentral. Das einzige, was er nun wirklich gar nicht in sich ausmachen konnte, waren wirtschaftlich-unternehmerische Interessen –warum Jannis diese Komponente an seinem Studienwunsch „Ökolandbau und Vermarktung“ so interessant fand, war ihm ein Rätsel…

So fand Marco sein Interessenprofil heraus: I – S – R – C – A – E

Damit war er nun schon ein großes Stück weiter auf seiner Studiengangsuche. Er wusste nun, was ihn interessierte und konnte jeden einzelnen Studiengang daraufhin überprüfen, ob er mit der Gewichtung seiner Interessen zusammenpasste. Mit der Neigung zu den Naturwissenschaften und seinem an wissenschaftlich-forschenden Tätigkeiten passte der Studiengang Ernährungswissenschaften perfekt. Das soziale Element stand innerhalb des Studiums zwar nicht im Fokus, aber die Chancen standen nicht schlecht, dass er damit später beruflich seine sozialen Interessen würde anwenden können, z.B. im Rahmen der wissenschaftlichen Lehre oder einer (ernährungs-)beratenden Tätigkeit. Das technisch-praktische Interesse sprach vor allem dafür, dass sein Studium auch Praktika beinhalten sollte – das war ein Vorteil, den der Studiengang an der Universität Potsdam im Vergleich zu dem an der Technischen Universität Berlin hatte.

Ob Marcos Wunsch in Erfüllung geht? In den nächsten Folgen erfährst du, wie Marcos Bewerbungsprozess abgelaufen ist und ob er seinen Wunschstudiengang bekommen hat.

 

In einem der vorherigen Blogeinträge haben wir bereits festgestellt, dass niemand besser weiß als du, welcher Studiengang am ehesten deinen Interessen und Fähigkeiten entspricht. Als Experte oder Expertin deines Lebens wirst du der Antwort auf die Frage, welcher Studiengang der Richtige für dich ist, Schritt für Schritt näher kommen, je mehr du dich mit deinem zukünftigen Werdegang beschäftigst. Das kann einige Zeit in Anspruch nehmen, macht aber zugleich auch eine Menge Spaß. Am besten ist es, wenn du so früh wie möglich anfängst, dich mit den verschiedenen Faktoren, die deiner Entscheidung zugrunde liegen, auseinanderzusetzen. Wir sind der Meinung, dass du unter Berücksichtigung deiner Interessen eine gut begründete Entscheidung für oder gegen einen bestimmten Studiengang treffen kannst. Hierin sehen wir den Schlüssel für deinen erfolgreichen Studienabschluss, denn der Hauptgrund für den Abbruch eines Studiums stellt meistens die mangelnde Passung zwischen den persönlichen Interessen und Neigungen und den Anforderungen des ausgewählten Studiengangs dar. Lass uns also heute deine Interessen erkunden und auf die Suche nach deinem Wunschstudiengang gehen!

Interessenfelder

Was versteht man eigentlich unter Interessen? Interesse ist eine „Bezeichnung für die Tendenz, bestimmte Gegenstände, Ereignisse, Sachverhalte usw. der Umwelt besonders zu beachten und ihnen gegenüber gesteigerte emotionale Anteilnahme zu zeigen, weil sie einen subjektiven Wert darstellen.“[1] Vereinfacht gesagt sprechen wir also von einem Interesse, wenn du dich aus deiner eigenen Motivation heraus Dingen, Menschen oder Aufgaben zuwendest, ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten. Die Bedeutung der Interessen für die Berufs- und Studienwahl wurde erstmals von John L. Holland in den 1970er Jahren untersucht. Er beschreibt Interessen als grundlegende persönliche Orientierungen, die erworben werden und über die Lebensspanne hinweg relativ stabil bleiben. Holland konnte sechs grundlegende Interessenfelder identifizieren, die typischerweise in westlichen Kulturen vorkommen. Wir haben sie für dich zusammengestellt und die beruflichen Vorlieben der Menschen, die dem jeweiligen Interessenfeld zuzuordnen sind, sowie ihre späteren beruflichen Einsatzfelder beschrieben. Beides sollte dir die Möglichkeit geben, deine eigenen Interessen mit den jeweiligen Feldern abzugleichen und ggf. die Bedeutung der verschiedenen Felder für dich zu vergleichen.

Soziale Interessen
(S – Social)

Vorlieben: Umgang mit anderen Menschen, professionelle Unterstützung und Beratung von Menschen
Einsatzbereiche: soziale, erziehende oder pflegende Berufe in den Bereichen Bildung, Schule, Beratung und Gesundheitswesen

Künstlerisch-kreative Interessen
(A – Artistic)

Vorlieben: Umgang mit Sprache und/oder Bedürfnis nach kreativem und kulturellem Ausdruck, arbeiten selbstständig, sorgfältig, auch mit handwerklichem Geschick und hoher Kommunikationsfähigkeit
Einsatzbereiche: Berufe mit den Schwerpunkten Kunst, Kultur, Musik, Theater und Journalismus

Wirtschaftlich-unternehmerische Interessen
(E – Enterprising)

Vorlieben: Steuerung von wirtschaftlichen und unternehmerischen Projekten und Prozessen, gern organisierend, führend oder verkaufend tätig, erfolgsorientierte Arbeitsweise
Einsatzbereiche: Berufe in den Bereichen Management und Verkauf

Technisch-praktische Interessen
(R – Realistic)

Vorlieben: gestalten, konstruieren, reparieren, transportieren oder reinigen von Gegenständen und technischen Anlagen, meist praktische Veranlagung und erfolgs- und ergebnisorientierte Arbeitsweise
Einsatzbereiche: interessiert an den Bereichen Handwerk, Technik, Informatik und Landwirtschaft

Wissenschaftlich-forschende Interessen
(I – Investigative)

Vorlieben: Beschäftigung mit wissenschaftlichen und abstrakten Fragestellungen, systematisches, theoretisches und analytisches Arbeiten
Einsatzbereiche: Wissenschaft und Forschung

Organisierend-verwaltende Interessen
(C – Conventional)

Vorlieben: Aufbereitung von Statistiken und Zahlen, Umgang mit Verträgen und Beachtung von Regeln, Erledigung von ordnenden, verwaltenden und auch standardisierten Prozessen, arbeiten ordentlich, genau und gut organisiert
Einsatzbereiche: Bereiche, die eine hohe Präzision und Fehlerfreiheit erfordern und z.B. in der Planung und Koordination von Büro- und Geschäftsprozessen angesiedelt sind

 

Interessenprofil

Dein persönliches Interessenprofil wird durch die jeweilige Ausprägung der verschiedenen Interessenfelder bestimmt. Am besten beginnst du damit, deinen dominanten Interessentyp festzulegen: Welches Interessenfeld entspricht am ehesten deinen Interessen? Neben dem dominanten Typ kannst du nun auch den Typen festlegen, der am zweitbesten zu dir passt usw. Es kann also zum Beispiel sein, dass du grundlegend ein sozial interessierter Typ (S) bist, der sekundär künstlerische Interessen (A) hat und auch die unternehmerischen Interessen (E) im Blick behält. Am Ende deiner Überlegungen hast du im besten Fall dein sechsstelliges Interessenprofil herausgefunden, hier z.B.: S-A-E-R-I-C.

In unserer nächsten Folge werden wir Marco bei der Erkundung seiner Interessen begleiten. Ihr erfahrt, welches Interessenprofil Marco am besten beschreibt und wie er seine für die Studienwahl relevanten Interessen herausgefunden und priorisiert hat. Auch die wichtigste Frage wird nicht unbeantwortet bleiben: In welcher Beziehung steht Marcos persönliches Interessenprofil zu seinem Wunschstudiengang und wie hat er diese Passung hergestellt? Es bleibt also spannend!

 

[1] Grüner, G.;  Georg, W. & Kahl, O. (1982): Kleines Berufspädagogisches Lexikon. Bielefeld: W. Bertelsmann Verlag KG.  S. 117.

Marco setzte seine Wünsche in die Tat um. Er war mit seinem Ersparten nach Kanada geflogen und reiste quer durch das Land. Endlich hatte er die Freiheit, nach der er sich seit langer Zeit gesehnt hatte. Marco konnte ohne Absprache mit seinen Eltern oder der Verantwortung für seine Geschwister machen, wozu er Lust hatte. Nun ja – zumindest bis ihm das Geld knapp wurde.

Bald schon fing er an, hier und da zu arbeiten, um zumindest seine laufenden Kosten des Alltags zu decken. In den Städten arbeitete er meistens im Gastronomiegewerbe als Küchenhilfe oder Kellner. Außerorts suchte er sich Aushilfsstellen auf Farmen. Als er in Ottawa unterwegs war, wurde er über einen Bekannten in seinem Hostel auf eine Aushilfsstelle in einer auswärtsgelegenen Milchfarm aufmerksam gemacht. Er bekam dort eine Unterkunft und die Verpflegung gestellt. Beste Konditionen für Marco. Als er auf der Farm zu arbeiten begann, weckten die Verfahren der Milcherzeugung sowie deren weitere Verarbeitung sein Interesse und er begann sich die Frage zu stellen, wie sein Leben wohl nach seiner Zeit im Ausland aussehen würde (prozessanregende Phase). Nach kurzer Zeit lernte Marco auf der Farm seinen künftigen festen Freund Jannis kennen. Jannis hatte bereits auf mehreren Farmen gearbeitet und wusste, dass er nach seiner Rückkehr in Deutschland den Bachelorstudiengang „Ökolandbau und Vermarktung“ an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde studieren möchte. Jannis gefiel das praxisorientierte Profil der Hochschule und des Studiengangs –auch kannte er die Hochschule bereits, weil er als Schüler an einer spannenden vom Netzwerk Studienorientierung organisierten Exkursion an diese Hochschule teilgenommen hatte.

Marcos eigenes Interesse galt weniger der Arbeit auf einer ökologischen Farm und der Nähe zur Praxis im Studium als vielmehr den wissenschaftlichen Hintergründen zur Wirkung und Funktion der Inhaltsstoffe von Lebensmitteln und den Abläufen der Nahrungsverwertung. Ihm war zwar wichtig, mit Jannis auch in Deutschland zusammen und in seiner Nähe zu bleiben, jedoch sagte ihm Eberswalde als Lebensmittelpunkt nicht zu. Wohnen wollte er eher in Berlin und die Studiengänge der HNE Eberswalde entsprachen nicht ganz seinen Vorstellungen. Er wollte forschen und dazu bietet sich am besten eine Universität an (Such- und Vorauswahlphase beginnt). Er musste nur noch die richtige Universität mit dem passenden Studiengang finden.

Noch in Kanada begann die Recherche. Sein Auslandsaufenthalt konnte nicht wie vorgesehen bereits im April enden, sondern wurde aufgrund der coronabedingten Ein- und Ausreisesperren zwangsbedingt verlängert. Marco störte das nicht. Er war eine fleißige, gern gesehene Arbeitskraft und auch ein lieb gewonnener Freund auf der Farm. Obschon Jannis bereits im Vorfeld abgereist war, hielten die beiden regelmäßig innigen Kontakt über die digitalen Medien. Trotz der vielen Arbeit auf der Farm blieb auch Zeit, sich Gedanken über die Zukunft zu machen und Marco wollte einen Plan haben. Die Hochschulen in Deutschland hatten auf die Pandemie reagiert und vielfach ihre Beratungsangebote digitalisiert. Es war Marco auf diese Weise möglich, die Hochschulinformationstage verschiedener Hochschulen digital zu besuchen. Insbesondere waren es Studienangebote der Technischen Universität Berlin und der Universität Potsdam, die ihn überzeugten. Vor allem der Studiengang Ernährungswissenschaft an der Universität Potsdam faszinierte ihn, da er sein naturwissenschaftliches Interesse mit den Erfahrungen auf der Farm kombinierte und schließlich auch die Möglichkeit bot, sich mit Jannis gemeinsam beruflich aufzustellen.

Die Ausbildung in der Ernährungswissenschaft deckt biochemische, lebensmittelchemische, mikrobiologische, molekularbiologische, zellbiologische, physiologische und toxikologische Aspekte einschließlich ihres Bezugs zu pathologischen Zuständen ab. Alle Teilaspekte waren von besonderem Interesse für Marco. Nun war es an der Zeit, sich für eine der beiden Hochschulen zu entscheiden (Bewertungsphase). Marco war unschlüssig, beide Hochschulen waren renommiert und die Ausbildung erstklassig. Da er nicht weiter wusste, kontaktierte er die Studienberatungen. Aufgrund der Pandemie war dies nunmehr nicht nur via Telefon, sondern auch per Videoübertragung möglich. Die Beraterinnen waren hervorragend! Marco konnte all seine Fragen loswerden, aber auch seine Unsicherheiten in Bezug auf die Hochschulwahl mit den Beraterinnen besprechen. Kurz bevor Marco seine Rückreise nach Deutschland antreten konnte, beschloss er, sein Studium an der Universität Potsdam aufnehmen zu wollen. Vor allem die vielen Praktika während des Studiums und die experimentelle Abschlussarbeit, die moderne, anwendungsbezogene Forschungsmethoden beinhaltet, die er später für seine praktische Arbeit benötigte, überzeugten Marco. Gut zu wissen war, dass mit dem Deutschen Institut für Ernährungsforschung ein weltweit führendes außeruniversitäres Forschungsinstitut in die Ausbildung mit eingebunden war.

Marco erstellte einen Plan: Er würde sich bei beiden Universitäten bewerben, um seine Chancen darauf, einen Studienplatz zu erhalten, zu erhöhen (Entscheidungsphase). Er nahm sich vor, beide Hochschulen während des laufenden Bewerbungsprozesses zu besuchen, um sich einen Überblick über die Gegebenheiten vor Ort zu verschaffen. So schwelgte Marco bereits in Gedanken und freute sich auf seinen neuen Lebensabschnitt und auch darüber, endlich Jannis und seine Familie wiederzusehen.

Begleite Marco in den nächsten Folgen dabei, wie er seine Interessen Schritt für Schritt erkundet und wie er den Bewerbungsprozess erlebt. Wird alles laufen wie er es geplant hat oder wird noch Unvorhergesehenes passieren?  Wie sieht es mit deinem Plan aus? Benötigst du noch eine Beratung, um deinen Wunschstudiengang zu finden oder deinen Plan Schritt für Schritt durchzugehen? Dann melde dich.

Warum ist die Entscheidung, was man studieren möchte, eigentlich so kompliziert? Schließlich treffen wir alle täglich hunderte Entscheidungen, und das ganz unbewusst! Ja, auch du!

Doch warum fällt vielen Menschen die Entscheidung für einen bestimmten Studiengang so schwer? Das liegt zum einen daran, dass es eine nahezu unüberschaubare Fülle an Studienmöglichkeiten in Deutschland, aber natürlich auch über die Grenzen des Landes hinaus gibt. Allein in Deutschland stehen dir 10.000 Bachelorstudiengänge an über 390 staatlichen und privaten Hochschulen zur Wahl. Zum anderen triffst du wahrscheinlich zum ersten Mal eine derart besondere Entscheidung, die dein weiteres Leben prägen wird und auch vor deinen Eltern und Freunden begründet werden muss. Das kann ganz schön anstrengend sein und auch mit viel Druck einhergehen. Keine Sorge, du bist damit nicht allein! Unserer Erfahrung nach haben die meisten Jugendlichen ähnliche Schwierigkeiten mit der Studienwahlentscheidung.

Wir wollen dir dabei helfen, deine Entscheidung nicht aufgrund eines vagen Gefühls, sondern gut informiert und ganz bewusst zu treffen. Um zu verstehen, wie Entscheidungsprozesse ablaufen, haben wir ein einfaches Modell ausgewählt, das dir die Möglichkeit gibt, nachzuvollziehen, an welcher Stelle dieses Prozesses du dich befindest, und das zugleich die Natur von Entscheidungen beleuchtet.

Wir stellen dir hier den Entscheidungsprozess zur Studienwahl nach dem Wissenschaftler Lars Tutt vor.

Dieser fand heraus, dass den Entscheidungen zur Studienwahl fünf theoretisch abgrenzbare Phasen zu Grunde liegen. Zu Beginn des Entscheidungsprozesses steht die Frage im Mittelpunkt, ob ein Studium überhaupt für dich in Frage kommt. In dieser Phase der Prozessanregung beschäftigst du dich mit den Optionen, die nach der Schule existieren und für dich in Frage kommen. Möchtest du lieber ein Studium aufnehmen oder eine Ausbildung machen? Möchtest du damit gleich im Anschluss beginnen oder doch erst einmal ein Gap Year einlegen oder deine Fähigkeiten in einem Praktikum erproben?

So geht es weiter:

Ist diese Entscheidung getroffen worden oder gibt es eine Tendenz für eine nachschulische Option, kannst du dich in der Such- und Vorauswahlphase mit den konkreten Faktoren der Studienwahlentscheidung auseinandersetzen: Hier spielt vor allem die Erkundung deiner Persönlichkeit eine große Rolle: Was sind deine Interessen? Was sind deine Stärken? Was tust du gern, auch ohne, dass du dafür etwas erwartest? Welche konkreten Studienfächer gibt es? An welchen Studienorten und Hochschultypen kannst du sie studieren? Wenn du dich hiermit auseinandergesetzt hast, wirst du in der Lage sein, in der Bewertungsphasein Frage kommende Studienmöglichkeiten gegenüberzustellen und sie vergleichend abzuwägen. Zum Schluss legst du den Studiengang und -ort konkret fest und hast damit auch erfolgreich die Entscheidungsphasedurchlaufen. Geschafft! Herzlichen Glückwunsch!

Aber Achtung:

Der Entscheidungsprozess läuft allerdings in den meisten Fällen nicht linear, sondern dynamisch ab. Das heißt, dass du dich wahrscheinlich nicht geradlinig von Phase 1 bis zu Phase 4 durcharbeitest, sondern auch immer wieder zu einer der früheren Phasen zurückkehrst, wo du dann von einem höheren Erfahrungsniveau aus deinen Weg fortsetzt (Revisionsphase). Das kann z.B. der Fall sein, wenn du eine neue Information erhältst, die du dann mit deinen bereits erworbenen Erkenntnissen in Beziehung setzt und so die Faktoren neu abwägst.

Klingt alles ganz schön kompliziert und nach viel Anstrengung, oder?

Lass dich nicht einschüchtern! Weißt du was? Du bist der Spezialist bzw. die Spezialistin in dieser Frage – niemand weiß besser als du, welcher Studiengang für dich der richtige ist. Mach dir auch keinen Stress damit, eine so komplexe Entscheidung an einem Nachmittag fällen zu wollen. Eine fundierte Entscheidung treffen zu können, kann Monate oder sogar Jahre dauern. Am besten ist es, wenn du so früh wie möglich anfängst, dich mit den verschiedenen Faktoren zu beschäftigen, damit du später nicht überhetzt eine Entscheidung treffen musst.

Auch Marco hat es sich mit der Wahl seines Studiengangs nicht leicht gemacht. Lass uns einen Blick darauf werfen, wie Marco die einzelnen Entscheidungsphasen durchlaufen hat. Vielleicht wird dir dann besser verständlich, worum es in den einzelnen Phasen wirklich geht.

Hallo du – ja, genau du! Herzlich willkommen auf dem Blog des Netzwerks Studienorientierung – schön, dass du den Weg zu uns gefunden hast.

Du bist hier genau richtig, wenn du dir noch nicht sicher bist, ob du überhaupt studieren möchtest, wenn du auf der Suche nach dem richtigen Studiengang bist, wenn du mehr über das Studierendenleben erfahren möchtest, wenn du dich über die Brandenburgischen Hochschulen informieren möchtest oder oder oder…

Auf diesem Blog erwarten dich einmal pro Monat spannende Informationen rund um deine Studienorientierung und die Hochschullandschaft Brandenburg. Erfahre mehr über Themen der allgemeinen Studienorientierung wie

und entdecke mit unseren Beiträgen die Brandenburgischen

  • Hochschulen
  • Studienorte und
  • Studiengänge.

Wir möchten dir einen Protagonisten unseres Blogs vorstellen: Das ist Marco. Verfolge mit uns seinen Weg auf der Suche nach seinem Wunschstudiengang.

Als er sein Abitur bestanden hatte, war Marco gerade 18. Manchmal waren seine Lebensumstände ziemlich herausfordernd, so empfand er zeitweise. Er war der Erste in seiner Familie, der das Abitur an einem Gymnasium abgeschlossen hatte. Seine Mutter war Bibliothekarin und sein Vater Bezirksschornsteinfeger. Beide erwarteten von ihm, dass er sich in der Schule anstrengte und gute Schulnoten mit nach Hause brachte. Seinem Vater war das besonders wichtig, da er für seine zwei jüngeren Geschwister eine Vorbildrolle einnehmen sollte. Marco zeigte sich gern pflichtbewusst und wollte auch gern für seine jüngeren Geschwister ein Vorbild sein. In der kleinen Vier-Zimmer-Wohnung war das jedoch nicht immer gut zu erfüllen. Freizeit hat er in diesem Familienalltag nur wenig.
Irgendwann war es zu viel für Marco; er hatte das das Gefühl, für seine eigenen Sorgen und Gefühle bei seinen Eltern kein Gehör zu finden. Der familiäre Druck und das Gefühl, nie ganz er selbst sein zu können, weckten in ihm den Wunsch, seinem Umfeld zu entfliehen, einmal ganz für sich zu sein und zu sich selbst zu finden – frei von den Erwartungen anderer.
Marco fasste den Plan, nach dem Schulabschluss ein Jahr im Ausland zu verbringen. Dafür arbeitete er in jeder freien Minute, worunter auch seine schulische Leistung zu leiden hatte. Seine Eltern stritten sich deswegen oft mit ihm, aber Marco hatte nur noch seinen Wunsch vor Augen, endlich ins Ausland zu gehen. Nach dem Abitur direkt zu studieren, wie es seine Eltern wünschten, kam ihm nicht in den Sinn. Als er sein Abiturzeugnis in den Händen hielt, setzte er seine Pläne in die Tat um: Er flog nach Kanada, um sein großes Abenteuer zu beginnen. Was, wo und ob er überhaupt studieren würde, wie es nach seiner Zeit im Ausland weitergehen sollte und wie er sich diesen Fragen überhaupt nähern soll, weiß er noch nicht…

In regelmäßigen Blogbeiträgen liest du, welche Fragen Marco sich stellt und welche Hürden er auf seinem Weg meistern muss. Klick dich gleich weiter und erfahre in den nächsten zwei Folgen, wie Marco seine Entscheidung gefällt hat.

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