Liebe Lilly, dann erzähl mal!
Wann genau war dein Lückenjahr?
Oh, das war schon im Jahr 2017/18 – direkt nach meinem Schulabschluss.
Wie und wo hast du dich dazu informiert?
Ich habe mich stark von meinen großen Brüdern inspirieren lassen, die beide ein Gap Year gemacht haben. Das was mein mittlerer Bruder gemacht hat, hat mir besonders gut gefallen. Wie er habe ich mich bei der Trägerorganisation Global Volunteer Services (GVS) gemeldet. Sie haben mich nicht nur an meine Einsatzorganisation vermittelt, sondern auch die vorbereitenden Seminare organisiert.
Welche Organisation hast du unterstützt und welche Tätigkeiten wurden dir übertragen?
Ich habe den Verein Indicamino e.V. unterstützt, der u. a. in Pucallpa das Zentrum „Lebenshaus“ als Anlaufpunkt für Indigene, insbesondere Frauen in schwierigen Situationen, betreibt.
Dort habe ich im Rahmen der Missionsarbeit Handarbeitsunterricht gegeben, die Kinderbetreuung übernommen aber auch die Leitung einer kleinen Kantine verantwortet. Ich hatte dreimal die Woche die Essensplanung ausgeführt und habe für 10-20 Personen gekocht.
Übrigens: Der Name „indicamino“ leitet sich von dem spanischen Begriff „indicador de camino“ ab und bedeutet auf Deutsch „Wegweiser“. Die sozialen Hilfsprojekte wie in Pucallpa zielen darauf ab, die Not in den Slums von Lima (Perú) und den Dorfgemeinschaften in den Regenwäldern von Bolivien und Perú zu lindern. Sie sind aber neben der Unterstützung der Bildung und dem Gemeindebau in den Regionen nur ein Aufgabenfeld des Vereins Indicamino e.V..
Welche Erfahrungen nimmst du aus deiner Arbeit in Perú mit?
Zum einen, wie es ist, das erste Mal in einer WG zu wohnen und miteinander auszukommen. Vor allem aber lernte ich, wie es ist Verantwortung zu bekommen, z. B. für eine Kantine und ich entdeckte, dass ich Spaß hatte zu planen, zu gestalten und dass ich darin gut bin! Klar, das hätte ich auch in Deutschland ausprobieren können, aber ich wollte den starken Kontrast nach der Schule: Ein ganz anderes Land mit seiner Kultur, seiner Sprache und seinen Menschen kennenlernen und zugleich den Alltag mit praktischer Arbeit füllen. Das war mir einfach wichtig.