Sebastian, Student der Automatisierungstechnik an der TH Wildau
So wird’s gemacht! – Wenn die Neugier für Robotik, Fabriken, Technik und Prozesssteuerung groß ist
Im Studiengang Automatisierungstechnik an der Technischen Hochschule Wildau (THW) dreht sich im wahrsten Sinne des Worte alles um intelligente Produktionsanlagen, autonome Fahrzeuge oder smarte Energienetze. Dass dies im Zeitalter von Digitalisierung und Automatisierung bei einigen unter uns Begeisterung auslöst, ist keine Überraschung. Dennoch lohnt es sich genau hinzuschauen, denn hättest du gedacht, dass man das studieren kann?
Auch Sebastian „schwärmt“ von Robotik, Fabriken, Technik und Prozesssteuerung, die er im Studium und später im Job verstehen, entwickeln und mitgestalten kann. Er kommt ursprünglich aus Guatemala, ist international Studierender und hat den Einstieg ins Studium und den Studi-Alltag mit viel Engagement und Herzblut für sich in Wildau entdeckt. Lass dich von ihm begeistern für den Studiengang Automatisierungstechnik“ – ein bis dato „Hidden Secret“ unter den interdisziplinären und zulassungsfreien Studiengängen aus der Fächergruppe der Ingenieurwissenschaften. Wie und wo das? Im Interview und natürlich im ViNN:Lab – Sebastians Lieblingsplatz an der THW.😉
Lieber Sebastian, wie war die Studienwahl bei dir? Warum hast du dich für den Studiengang Automatisierungstechnik entschieden?
Ich habe mich für Automatisierungstechnik entschieden, weil ich schon als Kind eine große Begeisterung und Interesse für Robotik, Fabriken, Prozesssteuerung und Technik hatte. Ich zeichne und male sehr gerne und habe damals schon oft Fabriken, Maschinen und technische Prozesse gezeichnet.
Auch Fernsehsendungen wie „How It’s Made“ haben mich geprägt. Dort wird gezeigt, wie Alltagsprodukte industriell hergestellt werden und welche Rolle Maschinen, Sensoren, Aktoren und automatisierte Produktionsprozesse dabei spielen. Dadurch wusste ich schon früh, dass ich später gerne solche Systeme verstehen, entwickeln und steuern möchte. Als ich dann auf den Studiengang Automatisierungstechnik gestoßen bin, hatte ich direkt das Gefühl, dass es der richtige Studiengang für mich ist.
Welche Studieninhalte umfasst die Automatisierungstechnik?
Automatisierungstechnik klingt für viele erst einmal nach Neuland, ist aber ein sehr interdisziplinärer Studiengang. Im Studium lernt man Grundlagen aus Ingenieurwissenschaften, Elektrotechnik und Informatik und verbindet diese miteinander. Dazu gehören zum Beispiel Programmierung, Elektrotechnik, Steuerungs- und Regelungstechnik, Sensorik, Robotik, industrielle Kommunikation sowie Mess- und Automatisierungstechnik.
Neben den technischen Fächern gibt es auch fachübergreifende Inhalte wie Qualitätsmanagement, Projektmanagement und Kostenrechnung. Besonders wichtig ist auch der Praxisbezug. In verschiedenen Modulen werden praktische Projekte umgesetzt und in Laboren kann man Inhalte anwenden, die vorher theoretisch behandelt wurden. Die Praxisphasen helfen außerdem dabei, handwerklich dazuzulernen und erste Erfahrungen in möglichen Berufsfeldern zu sammeln.
Insgesamt bekommt man im Studium Einblicke in viele unterschiedliche Bereiche. Das Ziel ist, später in möglichst vielen technischen Bereichen einsetzbar zu sein und von vielen Themen zumindest schon einmal etwas gehört und verstanden zu haben.
Wie gestaltet sich das Studium für dich? Was ist dein persönliches Steckenpferd innerhalb der Automatisierungstechnik?
Das Studium an der TH Wildau fand ich wirklich interessant, weil viele spannende und auch fachübergreifende Themen behandelt werden. Neben den klassischen Inhalten der Automatisierungstechnik bekommt man auch Einblicke in angrenzende Bereiche der Ingenieurwissenschaften, zum Beispiel aus dem Maschinenbau. Dadurch versteht man technische Systeme nicht nur aus einer Perspektive, sondern lernt auch die Zusammenhänge zwischen Mechanik, Elektronik und Software besser kennen.
Ein Modul, das ich besonders interessant fand, war Montage- und Handhabungstechnik. Dieses Modul hat mich auch bei der Auswahl meines Bachelorarbeitsthemas und meiner Betreuung beeinflusst. Besonders interessieren mich Robotik, automatisierte Produktionsprozesse und praktische technische Lösungen.
Welche besonderen praktischen Erfahrungen konntest du während des Bachelorstudiums an der TH Wildau sammeln?
Besonders spannend waren für mich die Laborpraktika, zum Beispiel in Pneumatik und Hydraulik, Elektrotechnik oder Mikroprozessortechnik. Dort konnte man die theoretischen Inhalte aus den Vorlesungen praktisch anwenden und dadurch besser verstehen.
Im vierten Semester war außerdem ein längeres Praktikum vorgesehen, bei dem wir in einem Unternehmen Vollzeit gearbeitet haben. Ich habe mein Praktikum bei einem Anlagenhersteller absolviert, der autarke mobile Ladestationen entwickelt und produziert. Dort war ich im Bereich Elektrotechnik und Produktion eingesetzt und konnte viele erste berufliche Erfahrungen sammeln. Das hat mich fachlich, aber auch persönlich sehr weitergebracht.
Auch jetzt in der Endphase meines Studiums ist meine Bachelorarbeit sehr praxisnah und gleichzeitig mit Forschung verknüpft. Darüber hinaus konnte ich im ViNN:Lab, dem Makerspace der TH Wildau, lernen, wie man 3D-Drucker, Lasercutter, Schneideplotter und viele andere computergesteuerte Maschinen bedient. Diese praktischen Erfahrungen waren für mich ein wichtiger Teil des Studiums.
Warum hast du dich für die TH Wildau entschieden? Gab es eine alternative Hochschule?
Ein wichtiger Grund für die TH Wildau war für mich der Studiengang selbst, weil Automatisierungstechnik genau zu meinen Interessen gepasst hat. Außerdem hat die TH Wildau einen wunderschönen grünen Campus am Rand von Berlin. Wenn man nach Berlin möchte oder es notwendig ist, ist die Stadt trotzdem nur eine S-Bahn-Fahrt entfernt.
Für mich als internationalen Studierenden war außerdem die Unterstützung durch das International Office sehr hilfreich. Dort konnten viele Fragen rund um Bewerbung, Studienstart und Organisation vor dem Studium geklärt werden. Diese Unterstützung hat mir den Einstieg deutlich erleichtert.
Was war dein bisheriges Highlight an der TH Wildau und wo ist dein Lieblingsplatz auf dem Campus?
Mein Highlight an der TH Wildau sind die vielen facettenreichen Erfahrungen, die ich während meiner Zeit hier sammeln durfte. Dazu gehören Projekte, praktische Arbeiten, ehrenamtliches Engagement und natürlich die Freunde, die ich im Studium kennenlernen durfte.
Besonders bereichernd fand ich auch das Campusleben und die Möglichkeit, sich über den eigenen Studiengang hinaus zu engagieren, zum Beispiel im Studierendenrat oder im Studierendenparlament. Durch Projektarbeiten, Ehrenamt und das Campusleben entstehen Freundschaften und Kontakte, die mein Studium sehr geprägt haben. So einen Campus wie an der TH Wildau erlebt man meiner Meinung nach nicht überall.
Mein absoluter Lieblingsplatz, was wahrscheinlich auch kein Geheimnis für die Leute ist, die mich kennen, ist das ViNN:Lab. Das ViNN:Lab ist der Makerspace der TH Wildau und hat jeden Mittwoch von 9 bis 19 Uhr offen. Dort haben alle die Möglichkeit, computergesteuerte Maschinen und digitale Fertigungstechnologien kennenzulernen und zu benutzen. Es gibt zum Beispiel 3D-Drucker, Lasercutter, Schneideplotter und vieles mehr.
Für mich ist das ViNN:Lab fast ein Rückzugsort geworden, an dem ich mich auch mit meiner kreativen Seite mehr auseinandersetzen kann. Dort kann ich Technik und Kreativität miteinander verbinden, eigene Ideen entwickeln und sie mithilfe von Maschinen direkt umsetzen. Besonders gerne beschäftige ich mich mit Textilverarbeitung und den vielen Möglichkeiten, Kleidung zu personalisieren. Die Menschen, die ich dadurch kennengelernt habe, und die vielen Projekte, die ich dort schon umgesetzt habe, gehören auf jeden Fall zu den Highlights meines Studiums.
Hattest du vor deiner Studienwahl bereits einen Berufswunsch? Hat sich dieser während des Studiums verändert?
Mein genauer Berufswunsch hat sich erst während des Studiums stärker herauskristallisiert. Ich wusste aber schon vorher, dass ich gerne an Automaten, Produktionsanlagen und Prozessketten arbeite und solche Systeme mitentwickeln möchte. Deshalb war Automatisierungstechnik für mich der passende Weg.
Gleichzeitig würde ich sagen, dass man sich vor dem Studium nicht zu stark auf ein ganz bestimmtes Berufsbild festlegen sollte, weil die Realität oft anders ist als die Vorstellung davor. Durch das Studium und meine Praktika habe ich Bereiche und Tätigkeiten kennengelernt, die mir vorher nicht so vertraut waren, zum Beispiel Elektrotechnik, Produktion oder Instandhaltung. Auch in diesen Bereichen könnte ich mir vorstellen, später zu arbeiten.
Wer oder was hat dir bei deiner Studienwahl am meisten geholfen?
Bei meiner Studienwahl hat mir vor allem die Website der TH Wildau geholfen. Dort gibt es einen guten Überblick über das Studienangebot und die einzelnen Bachelorstudiengänge. Ich habe mich dort informiert, was es alles gibt, und mich in die einzelnen Studiengangprofile eingelesen.
Besonders hilfreich fand ich, dass dort der Studienaufbau, die Studieninhalte, Kompetenzfelder und mögliche Berufsperspektiven erklärt werden. Als ich Automatisierungstechnik als Studiengang für mich entdeckt habe, wusste ich ziemlich schnell, dass es der richtige Studiengang für mich ist.
Was ist dein Tipp für einen guten Studienstart an der TH Wildau?
Mein Tipp ist, frühzeitig damit anzufangen, sich an der Hochschule zu vernetzen. Man sollte keine Angst haben, über den eigenen Tellerrand zu schauen und herauszufinden, welche Möglichkeiten und Angebote es an der Hochschule gibt.
Es lohnt sich auch, Freundschaften und Kontakte über den eigenen Studiengang hinaus aufzubauen. Man findet dadurch Leute, mit denen man sich gegenseitig motivieren kann, auch wenn man nicht das Gleiche studiert. Lernpartnerinnen und Lernpartner für die Bibliothek braucht man immer.
Wie sieht es bei dir aus? Konnte Sebastian „die Maschine in dir“ anwerfen? Ein Studium der Automatisierungstechnik lohnt sich, weil es hervorragende Jobchancen bietet, Zukunftsthemen wie Industrie 4.0. mitgestaltet und verschiedenste Technik verbindet. Dich erwartet ein spannender Mix aus Elektrotechnik, Informatik und Maschinenbau und du kannst zum echten „Tüftler“ in Laboren und Werkstätten während der Praxisphasen im Studium werden.
Ebenfalls gut zu wissen: Automatisierungstechnik kannst du an der THW auch dual studieren. Neben den klassischen Lehrveranstaltungen hast du dann zusätzlich direkte Praxisphasen in einem Partnerunternehmen. Also nicht zögern, sondern einfach loslegen! Noch bis zum 31.08. kannst du dich im Onlineportal der THW anmelden und anschließend für den Studiengang einschreiben.