„O du Fröhliche, Oh du…“. STOP. Es weihnachtet zwar noch nicht, doch ist es sind nur noch wenige Tage bis ihr die Zeit der Familie, der Geborgenheit und Besinnlichkeit offiziell einläuten dürft. Die meisten Ersties haben den Start auf ihrem frisch bezogenen Campus gut überstanden und IHR da draußen, jene die die Schulbank drücken oder sich womöglich nochmal umorientieren wollen, holt jetzt einfach nochmal tief Luft, bevor es nächstes Jahr in den Abi-Endspurt oder einen kompletten, vielleicht sogar akademischen, Neujahrsstart geht.

Die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) nutzt diesen Moment und stellt euch einen echten Traum-Studiengang vor, der nicht nur mit der Institution der Familie und der Gesundheit, welche uns aktuell allen so am Herzen liegen, befasst, sondern vor allem ein echter Neuling in der Studierendenlandschaft Brandenburgs und überhaupt in Deutschland ist.

Studiengangsleiterin Dr. Franziska Rosenlöcher berichtet Euch vom Studiengang Hebammenwissenschaft an der BTU, beantwortet Euch die wichtigsten Fragen und gibt Einblicke in die Welt der Hebammen und ehemaligen „Entbindungspfleger“.

Schon gewusst?

Wenn du Hebamme werden willst, musst du ein Bachelorstudium absolvieren. Warum das denn?

Ja, genau. Deutschland war eines der wenigen Länder in Europa, in dem die Hebammenausbildung noch nicht auf akademischem Niveau stattfand. Damit blieb Hebammen bisher z.B. die automatische Anerkennung ihres deutschen Abschlusses in den EU-Mitgliedstaaten verwehrt und der Ausbildungsstandort war unattraktiv. Erst seit dem 1. Januar 2020 gilt: Wer Hebamme werden möchte, muss ein Bachelorstudium absolvieren.

Studiengangsleiterin Dr. Franziska Rosenlöcher bestätigt: „Der anwendungsbezogene Studiengang an der BTU ist der erste und derzeit einzige Studiengang für Hebammenwissenschaft im Land Brandenburg. Er bietet die Chance, an der aktuellen Phase des beruflichen Umbruchs der Hebammen von der Berufsausbildung hin zur Akademisierung aktiv und direkt beteiligt zu sein. Darüber hinaus bildet er die Grundlage für die berufliche Weiterentwicklung einer ganzen Profession in Brandenburg.

Eine kleine Revolution, wie es scheint und damit mehr als außergewöhnlich für das Studienangebot im Land Brandenburg. Seit dem Wintersemester 2020/21 studieren an der BTU am Standort Senftenberg nun 18 junge Menschen in modern ausgestatteten Räumen den neuen Bachelor-Studiengang Hebammenwissenschaft.

Kann man Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Familienarbeit tatsächlich studieren?

Oh ja! Die Entstehung neuen Lebens und der Beruf der Hebamme sind auf wunderbare Weise miteinander verbunden. Im Studium an der BTU erwerben Studierende wichtige Kompetenzen, um selbständig und umfassend Frauen (und Angehörige) während der Schwangerschaft, bei der Geburt, während des Wochenbetts und während der Stillzeit zu beraten und zu betreuen. Zudem werden sie mit den Forschungsgebieten der Hebammenwissenschaft vertraut gemacht. Studierende lernen, Forschungsergebnisse anzuwenden, auf das berufliche Handeln zu übertragen und interdisziplinäre Handlungsfelder zu erschließen. Wissenschaftliche Erkenntnisse sollen in der hebammenspezifischen Versorgung berücksichtigt und perspektivisch weiterentwickelt werden.

Für Studentin Georgia Maria Lessig bedeutet der Studiengang viel. „Ich bin auch glücklich Hebammenwissenschaft studieren zu können, weil mich das Soziale, Medizinische und Handwerkliche daran interessiert.“  Sie hat zudem die Bewerbung um das Deutschland Stipendium gewonnen. Zum ersten Mal und schon im ersten Jahrgang wurde dieses Stipendium, welches mit 300 Euro/Monat dotiert ist, im neuen Studiengang Hebammenwissenschaft ausgegeben.

Wie ist der Studiengang aufgebaut?

Das Studium der Hebammenwissenschaften gliedert sich in einen berufspraktischen und einen hochschulischen Teil, wobei der berufspraktische Teil in Kooperation mit Krankenhäusern stattfindet[SA1]  und dauert 7 Semester. Theorie- und Praxisphasen wechseln sich in dem durch die Studien- und Prüfungsverordnung vorgegebenen Umfang ab, ergänzen sich gegenseitig und bilden die Grundlage für einen gelungenen Theorie-Praxis-Transfer. Die Studierenden schließen vor Beginn des Studiums einen Vertrag mit einem Kooperations-Krankenhaus ab, in dem sie ihre Praxisfahren absolvieren und das mit der Hochschule zusammenarbeitet.

Wohin als Hebamme mit Hochschulabschluss?

Als Absolvent: in des Studiengangs Hebammenwissenschaft bist du befähigt, physiologische Geburten selbständig zu leiten sowie die Neugeborenen und Säuglinge zu untersuchen, zu pflegen und zu überwachen. Ebenso bist du auf eine Tätigkeit im Krankenhaus ­– so im Kreißsaal, in der Wochenstation oder der Präportalen Station – als auch auf eine freiberufliche Tätigkeit bestens vorbereitet. Möglich ist diese sowohl als selbständige Hebamme als auch in der Hebammenpraxis oder im Geburtshaus. Das Studium der Hebammenwissenschaft ermöglicht aber auch eine akademische Tätigkeit in Wissenschaft und Forschung, eine Lehrtätigkeit an Hochschulen, Beratungstätigkeit in sozialen Ämtern, staatlichen oder kirchlichen Einrichtungen. Der Schritt vom Studium in den Traumberuf Hebamme ist somit vielseitig.

Können alle Hebammen werden?

Das Studium kann grundsätzlich jede Person beginnen, welche eine zwölfjährige allgemeine Schulausbildung – also das Abitur (allgemeine Hochschulreife) oder die Fachhochschulreife/das Fachabitur erworben hat. Mit der Fachhochschulreife ist das Hebammenstudium an Universitäten jedoch nicht uneingeschränkt möglich.

Ebenso als Voraussetzung akzeptiert ist eine abgeschlossene Ausbildung in einem Pflegeberuf. Nicht vergessen: Du hast in allen Bundesländern, so auch im Land Brandenburg, die Möglichkeit des „Studierens ohne Abitur“ und kannst auch mit einer 10-jährigen allgemeinen Schulbildung, einem Berufsabschluss und einer mehrjährigen Berufserfahrung eine Hochschulzugangsberechtigung erhalten.

Die Zugangsvoraussetzungen zusammengefasst:

  • eine abgeschlossene 12-jährige allgemeine Schulbildung (Abitur oder Fachabitur) oder eine abgeschlossene Ausbildung als Pflegefachfrau oder -fachmann bzw. Gesundheits- und Krankenpfleger: in oder Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger: in
  • Gesundheitszeugnis
  • aktuelles erweitertes Führungszeugnis
  • Wenn Deutsch nicht deine Muttersprache ist, muss eine Bescheinigung über Deutschkenntnisse mindestens auf B2-Niveau vorliegen. Die Erfahrung zeigt, dass bessere Kenntnisse, zumindest das C1-Niveau, das Studium sehr erleichtern können.
  • viele Hochschulen erwarten eine Bescheinigung über ein mindestens vierwöchiges Praktikum im Berufsfeld.
  • und beachte evtl. zusätzliche Vorgaben der Hochschule und auch der mit der BTU kooperierenden verantwortlichen Kliniken

Die Zugangsvoraussetzungen für das Studium sind im Hebammengesetz (HebG vom 12.11.2019) § 10 geregelt.

Wo ist der „Entbindungspfleger“ geblieben?

Mit der Änderung des Hebammengesetzes wurde die männliche Berufsbezeichnung „Entbindungspfleger“ abgeschafft wird. Hebammen werden zukünftig also einfach Hebammen sein. Hebammen lieben ihren Job, egal welchem Geschlecht sie angehören. Männliche Hebam­men sind in Deutschland zwar immer noch eine ziemliche Seltenheit – doch es gibt sie und meist möchten sie gar nicht als Exoten gelten.

Und zum Schluss: Studieren und Geld bekommen?

Richtig gehört. Das Studium der Hebammenwissenschaften wird von Anfang an vergütet. Grund hierfür ist die duale Ausrichtung des Studiengangs.

Du bist neugierig geworden?

An den Infotagen der BTU schaust du wo die Hebammen studieren und überzeugst dich selbst von Studiengangsinhalten und deinem zukünftigen Campus.

Du möchtest als Schüler: in der 10. bis 12. Klasse einfach mal 2-4 Tage zur Probe die Hebammenwissenschaften studieren? Auch das ist möglich. Zur Anmeldung zum Probestudium im Juni nächsten Jahres geht es hier.

Oder aber hast du ein allgemeines Interesse an einem Studium, doch bist nicht sicher, ob es dieser gesundheitsbezogene Studiengang ist? Dann entscheide dich für das Orientierungsstudium der BTU Cottbus-Senftenberg und informiere dich gern zu anderen gesundheitsbezogenen Studiengängen!

 

Wie du siehst, ist das Studienangebot im Land Brandenburg recht vielseitig und fortschrittlich zugleich. Nutze die dunkle und so gemütliche Jahreszeit, um noch mehr zu außergewöhnlichen Studiengängen im Land Brandenburg zu erfahren und schau einfach rein bei den regelmäßigen #meetyourstudentmonday Insta-Lives auf @deine.stubb, im WhatsApp-Messenger-Chat mit den Studienberatungen aller Brandenburgischen Hochschulen sowie auf studieren-in-brandenburg.de.

Dein Kontakt zu den Studienberatungen der Brandenburgischen Hochschulen.

Dein Kontakt zum Institut für Gesundheit und zum Studiengang der Hebammenwissenschaft an der BTU Cottbus-Senftenberg:

Dr. rer. nat. Franziska Rosenlöcher
Institut für Gesundheit
T +49 (0) 3573 85-290
Franziska.Rosenloecher@b-tu.de

Weitere Informationen zur BTU Cottbus-Senftenberg:
Website / Instagram / Facebook

 

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