Dank Praxiserfahrung im Studium mit Vorsprung ins Berufsleben: Carolins Praktikum im Berlin-Brandenburgischen Wirtschaftsarchiv

Du kannst dir ein Studium ohne Praxisphasen nicht vorstellen? Dannbist du an den Fachhochschulen in Brandenburg genau an der richtigen Adresse. An diesen, so auch an der Fachhochschule Potsdam, gibt es in den meisten Studiengängen gleich ein ganzes Semester, das dafür reserviert ist. Dadurch verlängert sich zwar die Studienzeit, aber du startest mit einem besonderen Vorsprung ins Berufsleben. Die Studentin Carolin Schulze-Ehrenfeld, angehende Archivarin und Campusspezialistin an der Fachhochschule Potsdam, weiß Genaueres, gibt dir Tipps zur Praktikumssuche und berichtet dir von ihren Erfahrungen während des Praktikums im Berlin-Brandenburgischen Wirtschaftsarchiv. Liebe Carolin, wir hören!

Hallo zusammen, ich bin Carolin und studiere im 6. Semester an der Fachhochschule Potsdam. Ich freue mich euch heute den ein oder anderen Einblick in mein Praktikum während meines Studiums zu geben, welches ich im Wintersemester erfolgreich abschließen konnte. Spoiler Alert: Es war super! Endlich von Kopf bis Fuß eintauchen in die Praxis und sich ausprobieren. Eine tolle Erfahrung, die ich nicht missen möchte.

In meinem Studiengang Archiv im Fachbereich Informationswissenschaften gibt es sogar zwei Pflicht-Praktika. Eines am Ende des zweiten Semesters – sozusagen zum Vorglühen ;-) und eben das Praxissemester. Die sind nicht einfach nur so da, sie sind fester Bestandteil der Prüfungsordnung und man bekommt dafür Credits angerechnet. Das ganze fünfte Semester ist dem Praktikum in einem oder zwei Archiven gewidmet (man kann das Praktikum nämlich auch teilen). Und da das bei mir noch nicht so lange her ist, kann ich brühwarm berichten.

Warum (nicht) in die Ferne schweifen?

Zuerst möchte ich noch ein paar Worte zur Praktikumsplatzsuche verlieren. Ein Patentrezept gibt es nicht (vor allem nicht, wenn Pandemie ist), aber so früh wie möglich mit der Suche zu starten, hat auf jeden Fall Vorteile. Zum einen ist die Auswahl größer, weil viele Plätze z.T. auch schon lange im Voraus vergeben sind, zum anderen gibt es dann immer noch Luft für Plan B, C oder D. Ich wollte mein Praktikum ursprünglich auch teilen, um zwei verschiedene Archivsparten kennenzulernen (Studierende der Kulturarbeit und in den Design-Studiengängen können das z.B. auch machen), aber die Pandemie hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht. Natürlich bedeutet das Teilen mehr Aufwand, aber Archiv ist eben nicht gleich Archiv und in anderen Branchen ist es natürlich genauso. Von daher lohnt es sich, unterschiedliche Betriebe kennenzulernen.

Eure Suche muss sich auch nicht auf Potsdam bzw. Brandenburg oder Berlin beschränken. Im Gegenteil, ein Blick über den Tellerrand und Landesgrenzen eröffnet neue Perspektiven und bereitet euch auf das Arbeiten im internationalen Raum vor. Kommiliton:innen aus meinem Jahrgang im Fachbereich Informationswissenschaften haben ihr Praktikum z.B. in Spanien, Italien oder Irland verbracht. Liebäugelst du damit, dann setz dich frühzeitig mit dem International Office in Verbindung. Die Mitarbeiter:innen dort kümmern sich um alle Studierenden, die rein nach oder raus aus Deutschland wollen. Dort kannst du alle Fragen klären, denn ein Semester im Ausland hat so seine ganz eigenen Herausforderungen. Berücksichtige dabei vor allem die längeren Vorlaufzeiten für Unterlagen und Bescheinigungen und plane ein bisschen Pufferzeit ein, dann bist du auf der sicheren Seite.

Aber ein Praktikum am anderen Ende der Welt ist natürlich kein Zwang. „Mein“ Archiv, das Berlin-Brandenburgische Wirtschaftsarchiv, konnte ich fußläufig erreichen und habe trotzdem eine Menge erlebt. Den Platz hatte ich schon vor dem Studium, da ich bereits mit dem Wirtschaftsarchiv Kontakt hatte, daher musste ich nur die erforderlichen Unterlagen wie den Antrag auf Genehmigung, die Rahmenvereinbarung zwischen Betrieb und Hochschule und den Praktikumsvertrag unterschreiben und dann ging es auch schon los.

Ein ganzes halbes Jahr

Vielleicht erinnert ihr euch an eure Schulpraktika. Das waren zwei, maximal drei Wochen, was gefühlt gerade einmal ausreichte, um sich im Haus zurechtzufinden. Ein Semester oder genauer 20 Wochen (so ist das seit vergangenem Jahr in der Praktikumsordnung festgelegt) ist da schon eine andere Hausnummer. Aber das gibt euch die Möglichkeit etwas zu erleben, was in kürzeren Praktika nicht möglich ist: nämlich den Berufsalltag.

Was ich so erlebt habe, das passt auf keine Kuhhaut (das ist nicht abwertend gemeint, hätte ich jedoch einen Praktikumsbericht auf Pergament schreiben sollen, hätte es dafür bestimmt anderthalb, wenn nicht zwei Kühe gebraucht). Deshalb verlinke ich hier an dieser Stelle die Beiträge, die ich für den „Archivspiegel“, das ist der Blog des Wirtschaftsarchivs, geschrieben habe. Da könnt ihr nicht nur konkret bei meiner Arbeit im Archiv reinlesen, sondern auch das ganze Programm rundherum kennenlernen. Denn ein Praktikum beschränkt sich ja – zum Glück – nicht nur auf eine Aufgabe:

Allgemein und doch so wichtig

Hier noch ein ganz allgemeiner Hinweis, der für jedes Praktikum gilt. So wie ich das auch von meinen Kommiliton:innen mitbekommen habe, sind die Betriebe einerseits interessiert und engagiert, weil die Praktikant:innen ihnen Arbeit abnehmen. Andererseits sind sie auch für Input dankbar. Das bedeutet: Mach dir immer und gern im Voraus Gedanken darüber, was du im Praktikum lernen willst (die Frage wird dir am ersten Tag sicherlich gestellt). Ich wollte zum Beispiel gerne bei der Fördermittel-Einwerbung und der Öffentlichkeitsarbeit mitmischen. Später habe ich einen Antrag auf Kultur-Fördermittel inhaltlich vorbereitet und zwei Workshops mit Schüler:innen zur Recherche im Archiv durchführen können.

Die Sache mit dem Geld

Ich möchte an dieser Stelle sagen, auch gemischte Gefühle gehören zum Praktikum, gerade für die, die sechs Monate finanziell nicht einfach mal so überbrücken können. Studierende aus den Bereichen Design oder Bauingenieurwesen haben oft Glück, weil eine Vergütung in diesen Branchen üblich ist. In anderen Bereichen, wie der Sozialen Arbeit oder den Informationswissenschaften kommt es sehr auf den Träger bzw. den Betrieb an. Manchmal hat man Glück und es wird zum Beispiel das Bahnticket, Benzingeld oder ein Zuschuss zum Mittagessen gezahlt. An anderen Stellen gibt es eine kleine Aufwandsentschädigung, aber viele Archive können auch einfach nichts zahlen. Deshalb an dieser Stelle der Hinweis: Wenn ihr kein BAföG oder andere laufende finanzielle Unterstützung erhaltet, dann kalkuliert das Praxissemester unbedingt frühzeitig mit ein und legt in den ersten Semestern schon einmal etwas zurück.

Besonderheit: Praktika vor dem Studium

Ein Praktikum vor Beginn des Studiums ist zum Beispiel an der Fachhochschule Potsdam keine Pflicht. Teilweise ist es aber dringend zu empfehlen. Zum einen, weil in einigen Studiengängen im ersten Semester bereits Inhalte vorausgesetzt werden, da hilft ein Blick in die Praktikums- und Studienordnung, um zu ermitteln, was du im Praktikum schon mal gemacht haben solltest. Zum anderen kannst du dadurch auf Nummer sicher gehen. Wenn du bereits nach einer Woche im Betrieb feststellst, das ist nichts für mich, dann mach weiter (vielleicht täuscht der erste Eindruck) oder wechsele das Studienfach (im Bereich Informationswissenschaften ist das zum Beispiel gar nicht so schwierig).

Da da da daaa: Das Ende

Das klingt jetzt etwas dramatisch, aber irgendwann ist das Praktikum zu Ende und dann gibt es vor dem nächsten Semester noch ein paar Dinge zu erledigen. Zum Beispiel muss das Praktikum von der Hochschule anerkannt werden, damit du die Credits erhältst. Dafür brauchst du eine Praktikumsbescheinigung. Was genau da drin stehen muss, erfährst du von der / vom Praktikumsbeauftragten deines Studiengangs. Auf jeden Fall müssen die Dauer und die Inhalte drin sein. Bei meinem Studiengang gehört im Praxissemester darüber hinaus z.B. noch die Benotung der Erschließungsarbeit mit rein. Je nach Studiengang gibt es verschiedene Anforderungen. Neben einer Bescheinigung, die die formalen Kriterien erfüllt, solltest du von deinem Praktikumsbetrieb immer auch ein qualifiziertes Arbeitszeugnis einfordern. Bei manchen ist beides – also Bescheinigung und Zeugnis – in einem Dokument.

Und nach dem Ende solltest du die Chance nutzen und weiter in Kontakt zu bleiben. Vielleicht wird demnächst eine Stelle für Werkstudierende oder studentische Hilfskräfte frei oder du kommst noch mal zurück, um deine Abschlussarbeit bei deinem Praxispartner zu schreiben. Vielleicht wird nach deinem Abschluss jemand für eine neue Stelle gesucht, wer weiß…

Wollt ihr noch mehr darüber wissen, wie es im Praktikum so läuft? Dann hört doch einmal in den Podcast „Die Campusspezialist:innen“ der Fachhochschule Potsdam rein. In der 5. Folge von Archiv und Bibliothekswissenschaft bzw. in der 3. Folge von Informations- und Datenmanagement unterhalten wir uns mit unseren Podcast-Partnern über den Alltag und die Erkenntnisse, die wir aus dem Praktikum mitnehmen. Denn wie schon eingangs erwähnt, ist ein Praktikum wieder ein Schritt näher Richtung Zukunft und ich kann ihn euch wärmstens empfehlen.

 

Dein Kontakt zum Büro des Studiengangs Informationswissenschaftenan der Fachochschule Potsdam:

Kiepenheuerallee 5
14469 Potsdam

T: +49 331 580 4501
Mail: dekanat-fb5­@fh-potsdam.de

 

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