197 Bachelor-Studiengänge, Tausende Studierende im WS 2021/2022, eine moderne Ausstattung, eine hohe Qualität der Lehre & Forschung, ein toller Mix aus Theorie & Praxis, Kunst & Kultur soweit das Auge und Ohr reicht, Natur & Stadt für alle und, und, und – die Brandenburgische Hochschullandschaft hat ja so Einiges zu bieten, aber jetzt mal unter uns – das kann doch nicht alles sein? Und das ist es auch nicht.

Bevor euch die Brandenburgischen Hochschulen und die Koordinationsstelle des Netzwerks Studienorientierung Brandenburg frohe Weihnachten und einen guten und vor allem gesunden Rutsch ins Neue Jahr wünschen, haben die Studienberater: innen der Hochschulen mal ein wenig in ihren Archiven gestöbert, echte Urgesteine unter den Dozierenden befragt und ein paar O-Töne Studierender eingefangen. Das Ergebnis: Ein paar superschlaue Fakten zu jeder der neun Universitäten und Fachhochschulen und der Koordinationsstelle selbst, die wir euch pünktlich zu Weihnachten auf den Gabentisch legen. Damit könnt ihr sicher auch Oma & Co beeindrucken und im manchmal so ernsten Gespräch zum Thema Studium und Zukunft einen auf „gebildet“ machen. Here we go!

Ding #1

Wusstest du, dass die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) gemeinsam mit einer polnischen Stadt eine wissenschaftliche Einrichtung betreibt? Gemeint ist das Deutsch-Polnische Zentrum für Öffentliches Recht und Umweltschutz, gegründet am 24. März 2010 von der BTU und der Universität Wrocław in Breslau. Ziel dieser ersten wissenschaftlichen Einrichtung der BTU mit einer europäischen Nachbar-Universität ist die gemeinsame Forschung auf dem Gebiet des öffentlichen Rechts, insbesondere des Umweltrechts, da Umweltverschmutzungen nun mal keinen Halt an Grenzen machen. Respekt!

Ding #2

An der Fachhochschule für Finanzen (FHF) wird nur ein Studiengang angeboten. What? Richtig gelesen: Es handelt sich um das Duale Studium zum/zur Diplom-Finanzwirt: in. Das Studium dauert drei Jahre und du verbringst schon während des Studiums 15 Monate in einem Ausbildungsfinanzamt, sogar vergütet. Als Beamter: in im gehobenen Dienst kannst du später in den Finanzämtern des Landes Brandenburg, im Ministerium der Finanzen des eigenen Bundeslandes oder als Dozent: in in der Fortbildung an der Landesfinanzschule oder der FHF beruflich tätig werden. Das ist mal eine sichere Laufbahn!

Ding #3

Mit einem Netzwerk von über 250 Partneruniversitäten weltweit unterstützt dich die Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) aktiv bei der Planung und Organisation eines Auslandssemesters. Die hohe internationale Studierendenmobilität an der Viadrina und die Erasmus- und DAAD-Qualitätssiegel bestätigen die herausragende internationale Ausrichtung der Universität. Und? Die EUV ist 300+30 Jahre alt, da sie schon von 1506 bis 1811 eröffnete und 1991 (also vor 30 Jahren) wiedereröffnet wurde. Damit ist sie auch eine der ältesten und jüngsten Hochschulen zugleich. Klar, dass sie bei so vielen Jahren so gut vernetzt ist.

Ding #4

Das Studentencafé der Fachhochschule Potsdam (FHP) heißt „Casino“. Nein, hier wird nicht gespielt und schon gar nicht ums liebe Geld. Das Casino ist ein von Student: innen selbstverwaltetes Gebäude und tatsächlich ein Café auf dem Areal der Fachhochschule Potsdam. Warum es von manchen liebevoll FB6 genannt wird, findest du bei einem Besuch heraus;-) Und wenn du nach einem Schwatz im Casino noch genug Stimme hast, kann du auch gern im hochschuleigenen Chor der FHP mit dem zauberhaftem Namen „Fettes Halleluja“ noch ein oder zwei Liedchen trällern. Amen!

Ding #5

Der Teich am Stadtcampus der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde (HNEE) verfärbt sich einmal im Jahr blau, weil sich dort besondere Moorfrösche paaren. Gibt es nicht? Äh, doch! Als ob die Moorfrösche es wüssten, bieten sie so ein echtes Naturschauspiel, welches es natürlich nur an Deutschlands grünster Hochschule geben kann.  Ob das die knapp 2300 Studierenden der HNEE auch alle schon einmal auf ihrem Instagram Kanal gepostet haben?

Ding #6

Studierende der Technischen Hochschule Brandenburg (THB) haben die Möglichkeit, einen Drohnenführerschein zu erwerben. Warum? Die THB sieht einen ihrer Forschungsschwerpunkte in der „interdisziplinären Sicherheitsforschung“. Daher haben sich die beiden Fachbereiche Technik und Informatik und Medien der Forschung und Entwicklung von technischen Lösungen im Verbundprojekt Mikrodrohnen Abwehrsysteme (MIDRAS) mit mehreren Forschungseinrichtungen und Partnerfirmen, darunter u. a. das Bundeskriminalamt, die Vereinigung Cockpit und die Universität Würzburg, dieser Problemlage angenommen und hochschulintern erste Testnutzer: innen dafür geschult. Wie geheimnisvoll!

Ding #7

In den Bibliotheken der Universität Potsdam (UP) lagern insgesamt 1,3 Millionen Bücher! Damit ist sie die größte Bibliothek im ganzen Land Brandenburg. Groß und üppig ist auch das Auditorium Maximum der Universität Potsdam am Neuen Palais. Einst diente das Gebäude als kaiserlicher Marstall und prachtvolle Reithalle für Kaiser Wilhelm II. und seinen Pferden. Danach folgten die Post, die Polizei und das Militär. In den 1950ern schließlich baute man eine Zwischendecke in die Halle ein und statt Pferd und Reiter: innen zogen – siehe da – Professor: innen, Studierende und wir ein.

Ding #8

An der Technischen Hochschule in Wildau (THW) führt euch ein Roboter Namens „Pepper“ durch die Hochschulbibliothek. Der kleine humanoide Freund hilft seit 2018 Nutzer: innen per Touchscreen und Spracherweiterung bei der Orientierung und Ausleihe und gibt sogar Bibliotheksführungen. „Pepper“ ist Teil des Lehr- und Forschungsbereichs „Mobile Informations- und Assistenzsysteme“, wird von Entwicklerteams der THW beobachtet und soll zukünftig autonom mit Nutzer: innen in mobile und informelle Aktion treten. Also nicht erschrecken, wenn dich die kleine Schwester von R2-D2 antippt, wenn du wieder einmal beim Verfassen deiner Hausarbeit in der Bibliothek ein Powernap machstJ

Ding #9

Wusstest Du, dass früher die ersten Studierenden der Filmuniversität Babelsberg „Konrad Wolf“ noch im Babelsberger Schloss residierten und Spukfeiern veranstalteten? Dazu muss man wissen, dass die Filmuniversität im Oktober 1954 im Schloss Babelsberg mit Unterzeichnung der „Verordnung über die Bildung der Deutschen Hochschule für Filmkunst“ durch den damaligen Ministerpräsidenten, Otto Grotewohl, und den Minister für Kultur, Johannes R. Becher, gegründet wurde. Die Ersties haben also noch in den historischen Mauern gelernt und gefilmt, aber natürlich auch gefeiert. Partys fanden dabei immer unter dem Motto „Spuk“ statt. Ob diese Tradition im neuen Universitätsgebäude mit einem Kino als Hörsaal fortgesetzt wurde? Wäre ja praktisch und schön gruselig – so mit Michael Myers oder dem Poltergeist auf 16:9 und in Dolby Surround!

Ding #10

Zu guter Letzt ein schlauer Fakt der Koordinationsstelle des Netzwerks. Schon gewusst, dass hinter dem Netzwerk Studienorientierung Brandenburg nicht nur die Studienberater: innen der einzelnen Hochschulen und ein mehrköpfiges Koordinationsteam stehen, sondern auch bis zu 150 Studierende dazu zählen, die als studentische Trainer: innen und wissenschaftliche Hilfskräfte seit 2019 im Netzwerk mitwirk(t)en, um euch Insiderwissen und die besten Tipps aus erster Hand für die Lebensphase der Studienorientierung mitzugeben? An dieser Stelle senden wir auch all jenen herzliche Weihnachtsgrüße und ein riesengroßes Dankeschön, denn was wären wir und IHR da draußen ohne euch!

 

Na, konnten wir Euch überraschen? So gehört es sich doch zum Fest der Liebe und Freude! Und es hat ordentlich oft Kling oder vielmehr Ding gemacht – fast so schön wie die Glöckchen am Schlitten von Santa Claus.

Wie du siehst, ist die Hochschullandschaft im Land Brandenburg alles andere als langweilig. Wenn du noch mehr Wow-Momente beim Blick hinter die Kulissen suchst, dann schau einfach rein bei den regelmäßigen #meetyourstudentmonday Insta-Lives auf @deine.stubb, im WhatsApp-Messenger-Chat mit den Studienberatungen aller Brandenburgischen Hochschulen sowie auf studieren-in-brandenburg.de.

 

Frohe Weihnachten, wir lesen uns im neuen Jahr!

 

Marco unterhält sich mit Hannah über ihre Studien- und Berufspläne. Hannah hat sich nämlich für ein duales Studium an der Fachhochschule für Finanzen in Königs Wusterhausen entschieden.

Marco hat viele Fragen: „Brauchst du da nicht eine Eins in Mathe? Musst du dann den Bürgern das Geld aus der Tasche ziehen? Ich dachte immer, dass Finanzbeamt*innen langweilige Stubenhocker sind, die nur Dienst nach Vorschrift machen…“

Hannah entgegnet: „Ach Marco, da irrst du dich aber gewaltig…“

Vorurteil 1: Finanzbeamt*innen sind langweilige Stubenhocker

Hannah hat sowohl im Studium als auch in den Praxisphasen im Finanzamt ganz andere Erfahrungen gemacht:

„Tatsächlich arbeiten in unserer Steuerverwaltung „Menschen wie du und ich“. Sie sind genauso vielfältig und bunt wie unsere Gesellschaft. Ich war selbst gespannt auf meine Kommiliton*innen und Kolleg*innen im Amt, als ich mein Studium angefangen habe. In meiner Studiengruppe und im Finanzamt habe ich dann interessante und aktive Menschen mit ganz unterschiedlichen Hobbies und Lebensläufen kennengelernt. Außerdem gibt es für Finanzbeamt*innen auch viele Bereiche im sogenannten Außendienst. Bei der Betriebsprüfung oder Steuerfahndung hockt man sowieso nicht „in der Stube“. Wer das nicht glauben mag, erkundigt sich am besten nach einem Praktikumsangebot in seinem Finanzamt, dann kann sich jeder selbst ein Bild von den Menschen, die dort arbeiten, machen.“

 

Vorurteil 2: Finanzbeamt*innen brauchen eine Eins in Mathe

Hannah hatte in Mathe keine Eins und war schon ein bisschen erleichtert, als sie merkte, dass das überhaupt nicht nötig ist.

„Selbstverständlich solltest du Spaß am Umgang mit Zahlen haben, aber komplexe Rechenaufgaben musst du nicht lösen. Es reicht völlig aus, wenn du die Grundrechenarten und Prozentrechnung kennst und mit einem Taschenrechner umgehen kannst. Im Finanzamt sind die Berechnungen dann computergestützt. Viel wichtiger als deine Mathezensur ist das Interesse an Gesetzestexten und logischen Zusammenhängen. Denn als Finanzbeamt*in arbeitest du mit Steuergesetzen und achtest darauf, dass niemand zu viel oder zu wenig Steuern zahlt. Im Außendienst ist es aber von Vorteil, wenn man Excel gut beherrscht bzw. gut zu beherrschen lernt.“

 

Vorurteil 3: Finanzbeamt*innen ziehen den Bürgern nur das Geld aus der Tasche

Niemand zahlt gern, auch Hannah nicht. Seitdem sie sich mit unserem Steuersystem beschäftigt, ist ihr aber klar geworden, dass die Steuern, die ihr vom Studiengehalt (als duale Studentin bekommt Hannah vom ersten Tag des Studiums an ein Gehalt ;-) ) abgezogen werden, für unser Gemeinwesen, also für uns alle, benötigt werden. Der öffentliche Sportplatz, den Hannah gern zum Basketballspielen benutzt, wird genauso von Steuern finanziert wie z.B. unsere Schulen, Universitäten, Feuerwehren und Straßen. Hannah hat auch gleich am Anfang ihres Studiums gelernt, dass die Steuern auf Grundlage von Steuergesetzen gerecht und gleichmäßig festgelegt werden. Deshalb zahlt Hannah auf ihr Studiengehalt auch weniger Steuern als ihr Zahnarzt. Und weil sie als ehrliche Bürgerin ihren Teil zum Gemeinwesen beiträgt, ist ihr wichtig, dass niemand Steuern hinterzieht oder sich ungesetzliche Vorteile verschafft.

 

Vorurteil 4: Finanzbeamt*innen machen nur Dienst nach Vorschrift

Hannah hat in ihrem dualen Studium zur Dipl.-Finanzwirtin (FH) schon einige Stellen im Finanzamt durchlaufen und kann mit „Dienst nach Vorschrift“ gar nichts anfangen.

„Ich habe in den verschiedenen Stellen im Finanzamt bürgerfreundliche und serviceorientierte Kolleg*innen erlebt, die mitgedacht und ihre Aufgaben engagiert erledigt haben. In unserem Studium werden wir im Fach Verwaltungs- und Selbstmanagement darauf vorbereitet, effektiv und bürgernah zu arbeiten, uns auch bei schwierigen Rechtsfragen verständlich auszudrücken und „über den eigenen Tellerrand zu schauen“. Im Finanzamt dürfen wir zwar keine Steuerberatung geben, aber natürlich beantworten wir allgemeine Fragen von Bürger*innen, klären Sachverhalte auf und machen auf Verfahrenswege aufmerksam.“

 

Marco ist baff: „Weißt du Hannah, dein Studiengang ist richtig interessant. Dass du im Finanzamt eigentlich für uns alle etwas Sinnvolles und Wichtiges machst, war mir noch gar nicht bewusst. Aber es lohnt sich eben immer, genauer hinzuschauen!“

 

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